Eine Straßensperre steht auf der Hochstraße Süd in Ludwigshafen. Wegen statischer Probleme werden weiterreichende Sperrungen an einem Abschnitt der Ludwigshafener Hochstraße Süd notwendig.  (Foto: dpa Bildfunk, Foto: Uwe Anspach)

Abrissunternehmen stellt sich vor Nach Teilabriss: Wann kommt die neue Hochstraße?

Der neue Teil der Hochstraße Süd könnte laut Stadt Ludwigshafen schon 2025 stehen. Aber nur, wenn der Bundestag bis dahin ein Gesetz ändert. Am Montag haben die Stadt und das beauftragte Abrissunternehmen Details zum Teilabriss bekannt gegeben.

Bei dem Pressegespräch stellte sich das von der Stadt beauftragte Unternehmen aus Lingen im Emsland vor und erläuterte, wie der Abriss der sogenannten Pilzhochstraße ablaufen soll. In rund zwei Wochen - ab dem 27. Januar - soll am Berliner Platz die Baustelle eingerichtet werden. Unmittelbar danach soll mit dem Abriss des maroden Teils der Hochstraße Süd begonnen werden. Laut Stadt sollen die Arbeiten im Sommer pünktlich zum Stadtfest abgeschlossen sein.

Für Abriss werden 2.500 Fichten gefällt

Demnach wird das Herzstück beim Hochstraßen-Abriss eine Holzstammkonstruktion sein, die unter der Hochstraße aufgebaut wird, um sie abzustützen. Dafür werden laut Abbrissunternehmen derzeit rund 2.500 Nadelbäume gefällt.

Abbruchkonzept der Pilzhochstraße (Foto: Schüßler-Plan Ingenieurgesellschaft mbH)
So sollen die Baumstämme die Hochstraße stützen Schüßler-Plan Ingenieurgesellschaft mbH

Warum die Holzkonstruktion gewählt wurde, erklärt der technischer Leiter des Abrissunternehmens:

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Ab Mitte Februar wird der Asphalt auf der Hochstraße vor dem eigentlichen Abriss mit einer ferngesteuerten Fräse zerkleinert, da kein Bauarbeiter die einsturzgefährdete Hochstraße betreten darf. Der zerbröckelte Asphalt wird dann mit einem Stahlrohr abgesaugt. Dabei fallen rund 30.000 Tonnen Betonschutt an.  Für den Abriss sind 100 Arbeitstage berechnet, an denen jeweils 15 Lkw den Schutt in umliegende Deponien bringen sollen. Ein Großteil des Betons kann wiederverwendet werden.

Neue Brücke könnte theoretisch 2025 stehen

Für den anschließenden Neubau der Hochstraße Süd gibt es allerdings noch keinen Zeitplan. Sollte ein gesetzlicher Rahmen dafür geschaffen werden, das Verfahren zu beschleunigen, könnte die neue Hochstraße schon 2025 stehen, sagt der Projektleiter der Stadt, Björn Berlenbach.

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Bleibt es hingegen bei den bisherigen langwierigen Genehmigungsverfahren gibt es die neue Brücke vermutlich erst 2031. Denn bislang muss ein aufwändiges Planfeststellungsverfahren durchlaufen werden.

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19:30 Uhr
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SWR Fernsehen RP

Hochstraßenabriss auch Thema im Bauausschuss

Der Teilabriss der maroden Hochstraße Süd war am Montagnachmittag außerdem auf der Tagesordnung des städtischen Bauausschusses im Rathaus. Bauexperten der beauftragten Abrissfirma und der Stadt beantworteten die Fragen der Ausschussmitglieder. So wollte die Fraktion der Grünen und Piraten zum Beispiel wissen, ob in der Betonkonstruktion möglicherweise gesundheitsschädliche Stoffe wie Asbest verarbeitet sein könnten. Die Experten schlossen das aus. Die sogenannte Pilzhochstraße sei in den 1950iger Jahren gebaut worden, Asbest sei aber erst zehn Jahre später als Baustoff verwendet worden.

Um die Bauarbeiten vorzubereiten, wurden im Auftrag der Stadt bereits in dieser Woche 14 Bäume an der Hochstraße Süd gefällt.

Wegen der Schäden war die wichtige Verkehrsachse Ende August gesperrt worden. Zuvor rollten darüber täglich etwa 60.000 Fahrzeuge. Ende November wurden die Sperrungen ausgeweitet, seither darf unter der Hochstraße Süd kein Verkehr mehr unterwegs sein, was auch Straßenbahnlinien betrifft. Die Süd-Trasse (B37) gilt zusammen mit der ebenfalls maroden Hochstraße Nord (B44) als wichtige Lebensader der Rhein-Neckar-Region.

Neuer Ansprechpartner in Sachen Hochstraße

Nach Angaben der Stadt wird es ab dem 20. Januar eigens einen Ansprechpartner in Sachen Hochstraße geben. Der Lukom-Mitarbeiter wird für Anwohner und Gewerbetreibende im Büro der Tourist-Info am Berliner Platz erreichbar sein.

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