Ein dicker Stapel Akten auf einem Tisch im Gerichtssaal (Archivbild) (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Patrick Seeger/dpa)

Landgericht Frankenthal verhängt Haftstrafe

81-Jähriger tötet Ehefrau in Neustadt: "Das ist eine große Tragik"

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Das Landgericht Frankenthal hat einen Rentner aus Neustadt wegen Totschlags in einem minder schweren Fall zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt. Der 81-jährige hatte im Februar seine Ehefrau mit einem Hammer brutal erschlagen.

Der Angeklagte im Hammertotschlag-Prozess sitzt in Neustadt im Gerichtssaal (Foto: SWR)
Der Angeklagte im Hammertotschlag-Prozess kommt aus Neustadt.

Der Fall lasse das Gericht ratlos zurück, sagte der Vorsitzende Richter in seiner Urteilsbegründung am Freitag. Mit gesundem Menschenverstand sei nicht nachvollziehbar, wie nach 54 Ehejahren ein Streit so eskalieren konnte. Das sei kein normaler Fall. Der 81-jährige Angeklagte habe sich "sein Leben lang an alle Regeln und Normen gehalten. Die Eheleute haben 54 Jahre zusammen gelebt und haben Freud und Leid geteilt. Und sowas endet jetzt mit 13 Hammerschlägen? Das ist eine große Tragik!"

Das Gericht urteilte auf Totschlag in einem minderschweren Fall, weil der Mann die Tat zugegeben hatte und sie bereue. Der Mann sei zum Tatzeitpunkt vermindert schuldfähig gewesen. Er leide an leichter Demenz und habe depressive Phasen.

Verteidigung forderte geringere Haftstrafe

Die Staatsanwaltschaft hatte auf eine Freiheitsstrafe von sechseinhalb Jahren wegen Totschlags plädiert. Die Verteidigung hatte hingegen eine Haftstrafe von drei Jahren gefordert. Im Plädoyer der Verteidigung hieß es, der Angeklagte sei durch die Tat genug gestraft: "Er hat sich selbst die größtmögliche Strafe lebenslang gegeben. Er ist jetzt allein."

Angeklagter hat Tat gestanden

Der Angeklagte leugnet nicht, dass er seine Frau mit einem Zimmermannshammer erschlagen hat. Er sagte bei der Verhandlung unter Tränen: "Ich wollte das nicht. Ich bereue tausendmal was ich getan habe. Ich hoffe, dass ich bald sterbe und zu meiner Frau komme.“

Streit war Auslöser für die Tat

Im Februar sollte der Mann in einer Spezialklinik untersucht werden. Das hatte er offenbar missverstanden und glaubte, seine Frau wolle ihn loswerden und in ein Heim abschieben. Deshalb war es zum Streit gekommen, der dann eskalierte. Nachbarn hatten wegen des Streits die Polizei alarmiert.

Frankenthal

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Gutachten: Ehefrau wurde unzählige Male mit dem Hammer getroffen

Laut eines rechtsmedizinischen Gutachtens war die 72-jährige Ehefrau mit einem Hammer mindestens 13 Mal auf den Kopf, sowie unzählige Male auf Gesicht und Hals geschlagen worden. Die Fotos der verletzten Frau seien so schockierend, dass der Vorsitzende Richter entschied, sie nicht im Prozess zu zeigen.

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