Traditionelle Geißbock-Versteigerung Deidesheimer Geißbock kommt für 5.000 Euro unter den Hammer

Am Dienstag wurde vor dem Deidesheimer Rathaus wieder ein Geißbock versteigert - so wie es die 600 Jahre alte Tradition will. Glücklicher Besitzer des Tieres ist nun der Chef eines Baggerbetriebs aus Ellerstadt.

Der Unternehmer hat sich am Dienstagabend bei der traditionellen Geißbockversteigerung in Deidesheim durchgesetzt. Nach Angaben der Tourismuszentrale hat er den Lambrechter Ziegenbock namens "Martin I." pünktlich um 18 Uhr für 5.000 Euro ersteigert. Das sind 1.800 Euro mehr als im letzten Jahr. Damals hatte ein Hotelier aus Österreich das höchste Gebot abgegeben.

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21:45 Uhr
Sender
SWR Fernsehen RP

Zukunft auf der Weide

Käufer ist ein Baggerunternehmer, der den Geißbock zusammen mit anderen Tieren auf einer Grünfläche in Ellerstadt weiden lassen will. Zwischen 5.500 und 6.000 Schaulustige haben am Dienstag nach Angaben der Tourismuszentrale die Versteigerung am historischen Rathaus in Deidesheim verfolgt.

Gut gehörnt und gebeutelt

Der Brauch geht auf das Jahr 1404 zurück, als zwischen den Gemeinden Lambrecht und Deidesheim die Weiderechte festgelegt wurden. Zu der Tradition gehört auch, dass der Bock am frühen Dienstagmorgen vom jüngsten Brautpaar aus Lambrecht durch den Wald nach Deidesheim gebracht wird. In diesem Jahr war das das Pfarrer-Ehepaar Hildrun und Martin Groß.

Geißbock Deidesheim (Foto: SWR, Irmgard Reißinger)
Martin I. mit den diesjährigen Geißbockführern, dem Pfarrer-Ehepaar Hildrun und Martin Groß Irmgard Reißinger

Beliebte Pfingsttradition

Die Deidesheimer Geißbockversteigerung zieht jedes Jahr am Dienstag nach Pfingsten tausende Besucher an. Vor der Versteigerung wird ein Historienspiel aufgeführt, in dem geprüft wird, ob der Bock "gut gehörnt und gut gebeutelt" ist und somit zur Zucht taugt.

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