Buzz Aldrin auf dem Mond.  (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/NASA/Nasa/dpa)

50 Jahre Mondlandung Apollo 11: Ingenieurskunst aus der Pfalz

Vor 50 Jahren setzte Neil Armstrong als erster Mensch einen Fuß auf den Mond. Weniger bekannt ist: Die Apollo 11 Mission wurde vermutlich zum Erfolg, weil auch Unternehmen aus der Pfalz daran beteiligt waren. 

Es war der 21. Juli 1969. 3.56 Uhr mitteleuropäischer Zeit: Neil Amstrong und Buzz Aldrin landen auf dem Mond. "The Eagle has landed" – Der Adler ist gelandet funkt es zur Bodenstation. Armstrong betritt den Trabanten mit den Worten, die Geschichte werden: Ein kleiner Schritt für einen Menschen. Ein großer Sprung für die Menschheit.

Buzz Aldrin neben der Mondlandefähre auf dem Mond: Unterwegs mit pfälzischem Know-How. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa)
Buzz Aldrin neben der Mondlandefähre auf dem Mond: Unterwegs mit pfälzischem Know-How. picture alliance/dpa

Chemie für Mission aus Ludwigshafen

Mitbeteiligt am Erfolg: Die BASF aus Ludwigshafen. Mit gleich zwei Produkten:

"Apollo 11 startete von Florida aus mit dem feuerfesten Schutz für elektronische Bauteile - dem BASF-Produkt Diofan 190D. Die roten Streifen der US-Flagge auf dem Mond bestanden aus der BASF-Farbe Aquaprint Scarlet LF."

Pressestatement der BASF-Ludwigshafen

Pumpenhersteller KSB leistet Vorarbeit für Raketenantrieb

Es kam aber noch mehr Know-How aus der Pfalz. Auch der weltweit tätige Pumpenhersteller KSB in Frankenthal hat entscheidende Vorarbeit geleistet: Bereits 30 Jahre vor der Mondlandung wurde in Frankenthal - auf Anregung des deutschen Raketeningenieurs Wernher von Braun - der Durchbruch erzielt bei der Entwicklung der neuartigen Flüssigstoff-Rakete.

Konstruktionszeichnung einer Turbopumpe des Herstellers KSB, die später in der Entwicklung für die Aggreagte der Saturn V Rakete eine große Rolle spielten. (Foto: KSB Frankenthal)
Konstruktionszeichnung einer Turbopumpe des Herstellers KSB, die später in der Entwicklung für die Aggreagte der Saturn V Rakete eine große Rolle spielten. KSB Frankenthal

Die ermöglichte eine bisher unerreichte Reichweite und Schubkraft. KSB-Ingenieure entwickelten eine Spezialpumpe für die sagenumwobene Geheimwaffe der Nazis - die V2-Rakete. Das technische Meisterwerk von damals unterlag strengster Geheimhaltung.

"Das war extrem geheim. Es gab in Frankenthal nur eine handvoll Leute, die wussten, wofür das eigentlich ist, was da gebaut wird."

Christoph Pauly, KSB Frankenthal

KSB-Erfindung und die Saturn-Rakete

6.000 Exemplare der sogenannten Mehrstoff-Pumpe wurden bis 1945 in Frankenthal hergestellt. Vor dem Kriegsende wurden in Frankenthal alle Konstruktionsunterlagen vernichtet. Und so war es ausgerechnet Wernher von Braun selbst, der als späterer NASA-Mitarbeiter in den USA die Frankenthaler KSB-Erfindung für die Saturnrakete der Apollo-Mission weiterverwendet hat.

An dieser Stelle gibt es die Verbindung zur Saturn V Rakete, sagt Christoph Pauly von KSB Frankenthal. Die Aggregate der Mondrakete funktionierten genau so, wie die vom Pumpenhersteller entwickelten Aggregate.

Ein Umschlag der NASA: Empfänger des Briefes war der pfälzische Industrieverband, der Wernher von Braun zum Vortrag 1972 nach Bad Dürkheim eingeladen hatte. (Foto: KSB Frankenthal)
Ein Umschlag der NASA: Empfänger des Briefes war der pfälzische Industrieverband, der Wernher von Braun zum Vortrag 1972 nach Bad Dürkheim eingeladen hatte. KSB Frankenthal

1972 soll Wernher von Braun bei einem Vortrag in Bad Dürkheim das früher streng gehütete Geheimnis gelüftet haben: Ohne die Frankenthaler Pumpen-Erfindung aus den dreißiger Jahren wäre die Apollo 11 Mission vielleicht gar nicht möglich gewesen. 

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