Langericht Frankenthal Eingang (Foto: SWR, Panja Schollbach)

Landgericht Frankenthal: Ex-Freundin erstochen Angeklagter verstrickt sich in Widersprüche

Die Vorwürfe gegen den 24-Jährigen sind massiv: Er soll seine Ex-Freundin in Neustadt an der Weinstraße erstochen und einen Mann schwer verletzt haben. Vor Gericht hat er sich jetzt in Widersprüche verstrickt.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Frankenthal war der Mann im vergangenen Sommer über eine Hauswand auf den Balkon seiner 19-jährigen Ex-Freundin geklettert. Anschließend soll er mit Hilfe eines Nothammers in ihre Wohnung eingedrungen sein. Während einer Verfolgungsjagd durch mehrere Wohnungen soll sich der Mann ein Messer gegriffen und die junge Frau mit 14 Stichen getötet haben. Außerdem verletzte er mit dem Messer einen Nachbarn, der zur Hilfe kam. Jetzt muss sich der Angeklagte wegen Totschlags und versuchten Totschlags verantworten.

In dieser Wohnsiedlung in Neustadt an der Weinstraße verblutete eine 19-Jährige - der mutmaßliche Täter durfte sich seiner Ex-Freundin per Anordnung nicht nähern. (Foto: SWR)
Dramatische Szenen müssen sich in der Mehrfamiliensiedlungen abgespielt haben.

Vor Gericht verstrickte sich der Angeklagte am Donnerstag in Widersprüche. In seiner ersten Vernehmung nach der Tat hatte der Mann behauptet, er habe den Notfallhammer extra mitgenommen, um notfalls in die Wohnung seiner Ex-Freundin einbrechen zu können. Vor Gericht erklärte er jetzt, er habe den Hammer zufällig im Zug entdeckt und ihn spontan eingesteckt.

Blackout während der Tat?

Darüber hinaus hatte er den Ermittlern gegenüber zunächst detaillierte Angaben zum Tathergang gemacht. Am Donnerstag erklärte er vor Gericht, er habe vor der Tat rund einen Liter Wodka getrunken und könne sich an Tat-Details nicht erinnern. In seinem Blut konnte nach Angaben der Staatsanwaltschaft jedoch kein Alkohol nachgewiesen werden.

Mehrfach mit dem Gesetz in Konflikt

Vor der Tat hatte das Gericht dem Mann ein Kontaktverbot auferlegt. Demnach hätte er sich seiner ehemaligen Lebensgefährtin nur bis auf 100 Meter nähren dürfen. Außerdem wurde ihm verboten, ihr E-Mails und Kurznachrichten zu schreiben. Der Mann und seine Ex-Freundin haben ein gemeinsames Kind. Es war zum Tatzeitpunkt wenige Monate alt.

Mann sitzt im Gefängnis

Für die Polizei ist der Anegklagte kein Unbekannter: Bereits in seiner Jugend war er mehrfach wegen Schlägereien aufgefallen. Damals war er bereits im Jugendgefängnis; derzeit sitzt er wegen einer anderen Straftat in der JVA.

 

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