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Das Wilhelm-Hack-Museum in Ludwigshafen hat möglicherweise weitere Kunstwerke, die von den Nazis geraubt wurden. Bei 15 Werken gibt es Hinweise.

Wie das Museum mitteilt, wurden in den vergangenen drei Jahren 264 Bilder und Skulpturen im Wilhelm-Hack-Museum untersucht. Dabei wurde versucht, festzustellen, wem die Kunstwerke ursprünglich gehörten. Die Ergebnisse des Forschungsprojekts wurden jetzt im Kulturausschuss der Stadt vorgestellt. 15 der Bilder und Skulpturen könnten von Nationalsozialisten ihren Eigentümern weggenommen worden sein.

Online-Datenbank soll weitere Aufklärung bringen

Die meisten dieser Kunstwerke würden aus jüdischen Sammlungen und Galerien stammen. Dazu gehören beispielsweise die Figurengruppe "Der Tod" von Ernst Barlach und das Ölbild "Verschneite Gärtnerei" von Max Pechstein, aber auch sehr alte Werke wie die Figur einer stehenden Mutter Gottes aus dem 14. Jahrhundert.

Wilhelm-Hack-Museum Ernst Barlach Figurengruppe (Der Tod) (Foto: Pressestelle, Wilhelm-Hack-Museum)
Ernst Barlach Figurengruppe (Der Tod) Pressestelle Wilhelm-Hack-Museum

Fotos dieser Werke sollen nun in einer Online-Datenbank für verlorene Raubkunst gezeigt werden. Das Wilhelm-Hack-Museum erhofft sich dadurch weitere Hinweise.

Glück bei erstem Raubkunst-Fall

Vor einigen Jahren gab es in dem Museum in Ludwigshafen schon einmal einen Fall von Nazi-Raubkunst. Das Bild "Urteil des Paris" von Ernst Ludwig Kirchner, das Glanzstück der Sammlung, gehörte nicht rechtmäßig dem Museum, konnte aber dort verbleiben. Es wurde vereinbart, dass die Erben mehrere Millionen Euro Entschädigung erhalten. Das Bild selbst ist um einiges mehr wert.

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