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Sechs Kreise in Rheinland-Pfalz erproben seit Montag die Luca-App für die Kontaktnachverfolgung bei Corona-Infektionen. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband sieht das kritisch.

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband Rheinland-Pfalz kritisiert den Start der App. Es seien noch zu viele Fragen offen, zum Beispiel beim Datenschutz und der Verlässlichkeit, sagte der rheinland-pfälzische Dehoga-Präsident Gereon Haumann. Viele der Gastronomen würden deshalb weiter die Papierzettel oder App-Alternativen nutzen. Zwar sei der Restaurantbesuch für den Gast durch eine App einfacher, sagte Haumann, die Monopol-Stellung der Luca-App sei aber ein Unding.

Die Friseur-Innung Rhein-Nahe-Hunsrück wurde nach eigenen Angaben nicht über den Einsatz der App informiert. Daher sei es fraglich, wie viele Friseursalons im Landkreis die App überhaupt nutzten.

Luca-App ab heute in sechs Landkreisen im Einsatz

Luca-Testregionen sind die Kreise Bad Dürkheim, Westerwald, Rhein-Lahn, Mayen-Koblenz, Bad Kreuznach und Ahrweiler. Das teilte Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) mit. Die Einführung der Luca-App sei Voraussetzung, um Modellregion zur behutsamen Öffnung im Lockdown zu werden. Außerdem müsse die Sieben-Tage-Inzidenz unter 50 liegen und ein regional wirksames und nachweisbares Schnelltestkonzept erstellt werden.

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Kontaktverfolgung steht noch am Anfang

Der Start der Luca-App für die Kontaktverfolgung von Corona-Infektionen in Rheinland-Pfalz steht allerdings noch am Anfang. "Wir sind dabei, die technischen Voraussetzungen im Hintergrund zu schaffen", sagte die Sprecherin des Westerwaldkreises, Alexandra Marzi am Montag. "Die Kontaktverfolgung läuft noch manuell." Erste Institutionen hätten sich bereits für Luca registriert, aber nun komme es darauf an, wie es mit Inzidenzen und dem Lockdown weiter gehe, sagte sie mit Blick auf die anstehenden Entscheidungen in Berlin. "Ich brauche keine Luca-App, wenn nichts auf hat."

"Wir sind startklar. Die Schnittstelle zum Gesundheitsamt steht", sagt Sina Müller vom Kreis Bad Dürkheim. Ein paar Betriebe hätten sich schon angemeldet. "Aber da war heute noch kein positiver Fall darunter."

Im Kreis Ahrweiler läuft die Nachverfolgung per Luca-App dagegen bereits seit dem 26. März, wie Kreissprecherin Carolina Wicher sagte. Erste Erfahrungen seien sehr positiv. Die Nachfrage steige, sowohl der Locations, die mitmachten, als auch der Zugriffe.

App ersetzt Kontaktformulare

Mit der Luca-App sollen Kontakte für den Fall einer Coronavirus-Ansteckung lückenlos dokumentiert werden. Die Luca-App ermöglicht Bürgerinnen und Bürgern das Einkaufen sowie den Besuch von Restaurants und Veranstaltungen, ohne Kontaktformulare ausfüllen zu müssen. Die App meldet im Fall einer Corona-Infektion dem Gesundheitsamt, wo die Nutzer mit wem Kontakt hatten.

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Die deutschen Datenschutzbehörden hatten zuletzt aber Nachbesserungen bei der Luca-App gefordert. Der Anbieter der App habe bisher identifizierte Risiken "teilweise behandelt", müsse aber noch "weitere Anpassungen an dem System vornehmen", um die Nutzer besser zu schützen, hieß es in einer Stellungnahme. Konkret geht es etwa darum, ob Nutzerdaten dezentral gespeichert werden können.

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