Das Logo der Partei Die Linke ist bei einem Sonderparteitag der Berliner Linken an einem Mikrophon zu sehen.  (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Christoph Soeder)

Bereits im Mai ein Rücktritt im Vorstand

Linken-Kreischef Mallmenn weist Sexismus-Vorwürfe zurück

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Der Linken-Chef im Rhein-Hunsrück-Kreis, Roger Mallmenn, hat das Parteiausschlussverfahren gegen ihn als Ablenkungsmanöver bezeichnet. Dem SWR sagte er, der Landesvorstand der Partei habe selbst ein Sexismus-Problem. Bereits im Mai war ein Vorstandsmitglied zurückgetreten, wie erst jetzt bekannt wurde.

Mallmenn sagte dem SWR, der Landesverband wolle vom eigenen Sexismus ablenken, indem er ihn zum Sündenbock mache. Die Vorwürfe gegen ihn seien haltlos. Er habe niemanden sexistisch beleidigt.

Der Landesvorstand der Linken hatte am Mittwochabend einstimmig ein Parteiausschlussverfahren gegen Mallmenn beschlossen und die zukünftige Zusammenarbeit mit ihm aufgekündigt. "Das wiederholte Verhalten des Funktionsträgers der Partei entspricht nicht dem Selbstverständnis und der Satzung der Partei und widerspricht ebenfalls dem durch den Landesvorstand beschlossenen Kodex", hieß es zur Begründung.

Sexismus-Vorwürfe von ehemaliger Co-Chefin

Der konkrete Vorwurf kam von der aus der Partei ausgetretenen Co-Chefin der Linken in Rheinland-Pfalz, Melanie Wery Sims. Sie hatte dem Kreisvorsitzenden vorgeworfen, Fotos von ihr auf Facebook sexistisch kommentiert zu haben.

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Am Mittwoch schaltete sich auch der Linken-Bundesvorsitzende Martin Schirdewan ein und kündigte Konsequenzen an. Solche Angriffe hätten keinen Platz in der Linken.

Die herabwürdigenden Äußerungen eines Kreisvorsitzenden im Landesverband RLP widersprechen den Grundwerten unserer Partei. Der Landesvorstand wird dazu heute über Konsequenzen beraten. Wir unterstützen das ausdrücklich. Sexistische Angriffe haben keinen Platz in der LINKEN.

Der Co-Vorsitzende der rheinland-pfälzischen Linken, Stefan Glander, begrüßte die Twitternachricht des Bundesvorsitzenden. Dem SWR sagte Glander, er sei froh über das klare Statement des Bundesvorstands: Jemand, der sich sexistisch äußere, habe nichts in der Partei verloren.

Wery-Sims kritisierte Umgang mit Sexismus-Vorwürfen

Am Montag war Wery-Sims nicht nur von ihrer Funktion als Co-Chefin der rheinland-pfälzischen Linken zurück-, sondern ganz aus der Partei ausgetreten. Neben internen Kämpfen und Anfeindungen nannte sie als Gründe für ihren Rückzug auch den Umgang ihrer Partei mit den Sexismus-Vorwürfen.

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Bereits im Mai war Vorstandsmitglied wegen Sexismus-Vorwurf zurückgetreten

Wie erst jetzt bekannt wurde, war bei den rheinland-pfälzischen Linken im Frühjahr ein Vorstandsmitglied wegen eines Sexismus-Vorfalls zurückgetreten. Entsprechende Informationen des SWR hat der Landesvorsitzende Glander auf Anfrage bestätigt.

Der Fall sei vom Vorstand gemäß den Richtlinien aufgearbeitet worden. Es habe sich um ein einmaliges Fehlverhalten gehandelt. Der Beisitzer im Vorstand habe sich entschuldigt und sei zurückgetreten. Damit sei der Fall auch für die betroffene Frau, ein Mitglied der Linken, geklärt, so Glander. Einen Namen nannte Glander nicht.

Er sagte, der Fall sei nicht mit dem des Kreisvorsitzenden im Rhein-Hunsrück-Kreis zu vergleichen. In diesem Fall gehe es um jahrelanges Fehlverhalten, um ehrverletzende und beleidigende Kommentare gegen Frauen.

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