Mit Blattwerk und Gras getarnte Wehrpflichtige rennen 2005 mit ihren Waffen im Gelände herum. Die Diskussion um die Aussetzung der Wehrpflicht nimmt angesichts des Kriegs von Russland gegen die Ukraine wiedr an Fahrt auf. Prominente Politiker fordern die Einführung einer allgemeinen Dienstpflicht, etwa bei der Bundeswehr oder im sozialen Bereich. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Frank May)

Reaktion auf Ukraine-Krieg

Lewentz und Baldauf fordern Dienstpflicht für junge Menschen

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Seltene Eintracht: Aus SPD und CDU in Rheinland-Pfalz werden Stimmen lauter, die eine allgemeine Dienstpflicht fordern. Hintergrund ist der Krieg in der Ukraine.

"Ich persönlich war ein großer Fan der Wehrpflicht - und bin das nach wie vor", sagte Innenminister Roger Lewentz (SPD) dem SWR. Zwar sei in der jetzigen Situation das Wichtigste, der Bundeswehr das nötige Gerät und die nötige Ausstattung zuzuführen. Die Truppe müsse insgesamt wieder schlagkräftig werden, so Lewentz, der auch SPD-Landeschef ist. Danach werde man allerdings über "einen Dienst der Frauen und Männer für unser Land" diskutieren müssen. Dabei gehe es nicht nur um einen Dienst an der Waffe.

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Baldauf sieht Lücke durch Wegfall des Wehrdienstes

Auch der CDU-Fraktionschef im rheinland-pfälzischen Landtag, Christian Baldauf, bekräftigte seine Forderung nach einer allgemeinen Dienstpflicht. Der Wegfall des Wehrdienstes habe eine große Lücke hinterlassen, sagte er. Diese müsse besonders vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine schleunigst geschlossen werden.

"Deutschland hat - wir haben - es nie geschafft, die Debatte um die Einführung einer allgemeinen Dienstpflicht bis zum Ende zu führen", stellte Baldauf selbstkritisch fest. "Jetzt, wo nur wenige Stunden von Deutschland entfernt, in Europa, Krieg herrscht, droht diese Entschlussunfähigkeit zum ernsten Problem zu werden." Die rheinland-pfälzische CDU hatte über eine solche Dienstpflicht bei ihrem Landesparteitag im Oktober 2018 in Lahnstein beraten.

"Chance, Soldatenberuf aufzuwerten"

Die Einführung eines sogenannten Deutschlandjahres stelle zudem eine Chance dar, die Bundeswehr wieder in die Mitte der Gesellschaft zu rücken und den Beruf des Soldaten und der Soldatin aufzuwerten, sagte Baldauf. Außerdem sollten die sozialen Dienste zwingend in das Deutschlandjahr integriert werden. "Für junge Menschen schafft dies in einer wichtigen Lebensphase Orientierung und Sinn." Durch diese Erfahrung würden auch der weitere Lebensweg und die Berufswahl positiv beeinflusst.

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