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Seit Wochen sind die Schulen wegen Corona im Ausnahmezustand. Die Lehrerverbände fordern von der Politik klare Vorgaben - bei den Strukturen des digitalen Unterrichts und bei einer Wiedereröffnung der Schulen.

Die Lehrkräfte seien hochmotiviert, ihren Schülerinnen und Schülern auch abseits des klassischen Unterrichts das Lernen zu ermöglichen, erklärte der Landesvorsitzende des Verbands Bildung und Erziehung (VBE), Gerhard Bold, am Montag. Neben einer klaren Linie hinsichtlich der Dauer der Schulschließungen fordere der VBE "auch endlich die strukturellen Voraussetzungen für digitales Lernen". Die Lehrkräfte richteten sich nach den offiziellen Empfehlungen, sagte Bold. "Unser Appell an die Landespolitik ist allerdings, die Kolleginnen und Kollegen frühestmöglich zu informieren und ein Konzept vorzulegen, wie in den kommenden Wochen gehandelt werden soll."

Philologenverband für gestaffelten Neustart

Der Philologenverband Rheinland-Pfalz wandte sich am Montag dagegen, die Schulen zu früh zu öffnen. Sinnvoll sei in der derzeitigen Situation ein gestaffelter Neustart des Unterrichts, erklärte der Zusammenschluss von Lehrkräften an Gymnasien am Montag.

Priorität sollte dann der Unterricht für Schülerinnen und Schüler an G8-Gymnasien haben. Diese haben ihre Abiturprüfung nach acht statt neun Jahren Gymnasialzeit noch vor sich. Weiterhin müsse es möglich sein, dass gefährdete Menschen ihren Schuldienst weiter im Homeoffice leisten könnten.

Hygienemaßnahmen einhalten

Bei der Wiederöffnung der Schulgebäude müssten die vom Robert-Koch-Institut empfohlenen Hygienemaßnahmen unbedingt eingehalten werden, so der Philologenverband: "Schulen sind sonst der ideale Ort zur flächendeckenden Verbreitung von Viren."

Auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Rheinland-Pfalz forderte am Montag die meist städtischen Träger von Kitas und Schulen auf, die hygienischen Verhältnisse in den Einrichtungen zu verbessern.

Ministerium benennt zeitliche Optionen

Am Freitag hatte das Bildungsministerium zwei Optionen für eine Wiederaufnahme des Schulbetriebs vorgestellt: eine im Zeitraum zwischen dem 21. April und dem 4. Mai und eine für die Wiederaufnahme zu einem späteren Zeitpunkt. Beide Optionen seien realistisch, so das Ministerium. Man informiere "höchst vorsorglich" bereits jetzt, um den Schulen und Lehrkräften Rechtssicherheit zu garantieren.

Bildungsministerium prüft zwei Szenarien Öffnung der Schulen in Rheinland-Pfalz erst nach dem 4. Mai?

Die Entscheidung über die Wiederaufnahme des Schulbetriebs in Rheinland-Pfalz wird erst nach Ostern fallen. Darüber hat das Bildungsministerium am Freitagabend informiert. Zwei Szenarien stehen zur Option.  mehr...

Stefanie Hubig: Unklar, wann Schulen wieder öffnen werden

Die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) hat sich zu den Schulschließungen in Rheinland-Pfalz geäußert: Es sei bisher noch unklar, wie es nach Ostern weitergehe. Die Entscheidung hänge maßgeblich davon ab, wie sich die Infektionszahlen entwickeln. Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz erwies auf die Einschätzung der Gesundheitsexperten, "die die Entwicklung der Corona-Infektionen im Blick haben und uns sagen, wann und wie wir die Schulen wieder öffnen können". Es wird nach Angaben Hubigs eine bundeseinheitliche Regelungen zu den Schulöffnungen angestrebt.  mehr...

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