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Es werden künftig mehr neue Lehrer gebraucht als geplant. Das zeigen Berechnungen. Rheinland-Pfalz will deshalb bei der Ausbildung mehr tun.

Gestiegene Geburtenraten und die Zuwanderung der vergangenen Jahre machen bis Ende des Jahrzehnts die Einstellung von mehr Lehrkräften erforderlich als bisher erwartet. Die kürzlich vorgestellten Modellrechnungen der Kultusministerkonferenz (KMK) weisen eine höhere Zahl von Schülerinnen und Schülern sowie einen höheren Lehrkräftebedarf aus, als bisher prognostiziert worden war.

"Alle Länder, auch Rheinland-Pfalz, müssen sich also verstärkt dem Lehrkräftenachwuchs widmen und mehr Lehrerinnen und Lehrer ausbilden", sagte eine Sprecherin des Bildungsministeriums. In Rheinland-Pfalz sei die Situation aber weniger angespannt als in anderen Ländern.

So sehen die demografischen Berechnungen aus

Die Zahl der Schülerinnen und Schüler in Rheinland-Pfalz wird nach den Berechnungen von 2018 bis 2030 um 5,4 Prozent auf 554.270 zunehmen. Die Prognose vom vergangenen Jahr hatte noch 541.170 junge Menschen an den allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen erwartet. Allein an den Grundschulen wird für Rheinland-Pfalz jetzt eine Zunahme von 9,5 Prozent erwartet - von 139.504 im Jahr 2018 auf 152.730 bis 2030. Die bisherige Prognose ging für 2030 von 146.900 Grundschulkindern aus.

Der Bedarf an neuen Grundschullehrern in Rheinland-Pfalz wird der Modellrechnung zufolge 2022 einen Höhepunkt erreichen und ab 2024 deutlich zurückgehen. Demnach wird der jährliche Bedarf an der Einstellung von Grundschullehrern von 460 in diesem und im nächsten Jahr auf 480 im Jahr 2022 steigen. 2024 sollen es noch 380 und 2026 dann 110 sein. Danach wird aufgrund demografischer Berechnungen bis 2030 wieder eine Zunahme auf 180 erwartet.

Neuer Studiengang an der Uni Trier

Das erwartete Angebot an neu ausgebildeten Grundschullehrerinnen und -lehrern steigt im kommenden Jahr von 362 auf 439. Zur Deckung des Bedarfs beginnt im Wintersemester 2020/21 der Studiengang Lehramt an Grundschule an der Universität Trier mit etwa 120 Studienplätzen.

In der Sekundarstufe I - also ab der 5. Klasse werden weniger starke Schwankungen erwartet. Für diesen Unterricht wird in allen Schulformen ein Einstellungsbedarf zwischen 280 in diesem Jahr und 400 im Jahr 2028 erwartet. Etwas stärker schwankt der Bedarf in der Sekundarstufe II, die mit der 10. oder 11. Klasse beginnt. Hier wird von 230 Lehrkräften in diesem Jahr ein zunehmender Bedarf bis 490 Lehrkräften im Jahr 2030 erwartet, ehe die Zahlen danach wieder zurückgehen. Für das Lehramt an Gymnasien gebe es bereits hohe Zahlen an Studierenden, erklärte das Bildungsministerium.

Derzeit hoher Bedarf an Sonderpädagogen

Der Bedarf an Sonderpädagogen ist aktuell sehr hoch - mit 210 in diesem Jahr. Bis 2030 wird ein Rückgang auf 110 erwartet. Für das Lehramt an Förderschulen wurde im vergangenen Jahr ein zusätzliches Studienseminar in Wallertheim (Kreis Alzey-Worms) eröffnet.

Bei den Berufsbildenden Schulen will das Bildungsministerium verstärkt die Möglichkeiten des Quer- und Seiteneinstiegs anbieten. Zur Ausbildung von Lehrkräften für Metalltechnik, Elektrotechnik, Bau- und Holztechnik sowie für die Pflege arbeiten Universität und Hochschule Koblenz mit der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar zusammen.

Hubig sieht gute Rahmenbedingungen in Rheinland-Pfalz

Der Lehrerberuf sei zwar sehr herausfordernd, aber auch sehr erfüllend und für die Gesellschaft von unschätzbarem Wert, sagte Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD). "In Rheinland-Pfalz haben Lehrerinnen und Lehrer gute Rahmenbedingungen und sie werden in der Regel verbeamtet."

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