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Die Landesregierung stellt weitere Millionen für die Luftreinigung in Schulen bereit. Außerdem kündigte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) einen Wendepunkt bei den Corona-Impfungen an.

"Die Landesregierung unternimmt alles, damit auf einen guten Sommer auch ein guter Herbst folgt", sagte Ministerpräsidentin Dreyer bei der Vorstellung der Strategie. Dazu gehört ein 12-Millionen-Euro-Programm für Schulen, um die Frischluftzufuhr in Klassenräumen zu verbessern.

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Laut Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) wird beispielsweise der Umbau von Fenstern gefördert, die Anschaffung von CO2-Messgeräten oder mobilen Luftreinigungsanlagen für Räume, in denen nicht ausreichend gelüftet werden kann. Hubig betonte aber: "Das Lüften ist das A und O."

Ein erstes Programm für Luftfilteranlagen hatte einen Umfang von sechs Millionen Euro, die aber nicht ganz ausgeschöpft wurden.

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Teststrategie in Schulen nach den Sommerferien

Bisher gilt für Schülerinnen und Schüler, dass sie zwei Corona-Tests pro Woche machen müssen, um am Präsenzunterricht teilnehmen zu können. Diese Testungen werden nach den Sommerferien zunächst zwei Wochen lang fortgeführt, kündigte Hubig an. Sie sprach von "zwei Präventionswochen bis zum 10. September 2021", um nach dem Sommer sicher in voller Präsenz in den Unterricht starten zu können.

Danach soll es Tests für Kinder und Jugendliche für den Schulbesuch vorerst nur bei konkreten Anlässen geben - etwa wenn Infektionen auftreten. Steigt aber beispielsweise die Inzidenz in einer Region, könne auch wieder ohne Anlass getestet werden, so die Bildungsministerin.

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Dreyer kündigt Impfen To Go an

Beim Impfen sieht Ministerpräsidentin Dreyer "einen Wendepunkt erreicht." Ab August gebe es in Rheinland-Pfalz endlich genügend Impfstoff. Das bedeute: Dann sei auch "Impfen To Go" möglich. Impfwillige könnten dann ohne Terminvereinbarung zur Impfung gehen. Dreyer appellierte an alle, die noch nicht geimpft sind, sich impfen zu lassen:

"Tun Sie‘s auch für die Kinder und für alle, die sich nicht impfen lassen können“, so die Ministerpräsidentin. Kinder und Jugendliche hätten auf vieles verzichtet, um ältere und erkrankte Menschen zu schützen. "Jetzt können wir ihnen unsere Solidarität zeigen."

Impfzentren in Rheinland-Pfalz werden Ende September geschlossen

Die Impfzentren in Rheinland-Pfalz werden nach Angaben von Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD) nur noch bis Ende September benötigt, weil sich immer weniger Menschen um eine Impfung bemühen. Neun der 32 Impfzentren im Land sollen dann nur im "Stand-by-Modus" betrieben werden.

Ab Oktober sollen vor allem die niedergelassenen Ärzte und mobile Impfteams die Corona-Schutzimpfungen übernehmen. Das gilt auch für eine mögliche dritte Impfung, die auch als Auffrischungsimpfung bezeichnet wird. Zudem soll es unter anderem vermehrt so genannte "Stadtteilimpfungen" geben und es sollen auch Impfbusse eingesetzt werden, um den Menschen die Impfungen zu erleichtern.

Landesregierung weiter gegen Impfpflicht

Ministerpräsidentin Dreyer bekräftigte, dass die rheinland-pfälzische Landesregierung weiterhin gegen eine Impfpflicht sei, über die gerade für bestimmte Berufsgruppen diskutiert wird. Dreyer sagte, das Konzept in Rheinland-Pfalz sei, den Menschen Impfungen einfach und unbürokratisch zu ermöglichen:

"Das ist unsere Antwort darauf, wie kann man Menschen für das Impfen gewinnen", so die SPD-Politikerin. Angedacht seien auch extra Impfaktionen für Berufsgruppen, bei denen eine hohe Impfquote besonders wichtig wäre. Als Beispiel nannte Dreyer Erzieherinnen und Erzieher.

CDU: Luftfilterprogramm kommt zu spät

Die rheinland-pfälzische CDU warf der Landesregierung vor, sie sei nach "anderthalb Jahren Pandemie immer noch im Schlafwagen unterwegs." Ein echtes Luftfilter-Programm hätte bereits im vergangenen Sommer aufgelegt werden müssen, so der Fraktionsvorsitzende Christian Baldauf. Zudem forderte er Impfangebote für über 12-Jährige in Schulen.

Die CDU-Landesvorsitzende Julia Klöckner kritisierte darüber hinaus, dass Bildungsministerin Hubig bei der Vorstellung der Strategie für den Herbst kein Wort über eine Verbesserung der digitalen Ausstattung der Schulen verloren habe. "Nach diesen Sommerferien wird sich an der Situation für unsere Schüler und Lehrer nur wenig verändert haben", sagte Klöckner. Das sei "erschreckend und bedauerlich".

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