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Mit ständigen Kontrollen an Parkplätzen und empfindlichen Strafen will die Autobahnpolizei gegen das große Problem alkoholisierter Lkw-Fahrer vorgehen. Der Kontrolldruck zeigt Wirkung.

Immer wieder kommt es zu verheerenden Unfällen mit Lastwagen - und oft sind die Fahrer mehr oder weniger stark betrunken. Mit einem abgestimmten Konzept erhöhen die Autobahnpolizeistationen im Land den Druck auf die Fahrer. "Die Kontrollergebnisse zeigen, dass etwa ein Drittel aller kontrollierten Lkw-Fahrer vor Fahrtbeginn unter Alkoholeinfluss steht, die Anzahl der alkoholisierten Kraftfahrer mit der Erhöhung der Kontrollintensität jedoch auch feststellbar abnimmt", sagte Eva Westphal, die stellvertretende Leiterin der Polizeiautobahnstation Gau-Bickelheim.

Kontrolle: Fast ein Drittel der rastenden Lkw-Fahrer alkoholisiert  (Foto: dpa Bildfunk, Andreas Arnold)
Fast ein Drittel der rastenden Lkw-Fahrer alkoholisiert Andreas Arnold

Seit das Kontrollgebiet über mehrere Dienststellen und teilweise auch über Landesgrenzen hinweg ausgedehnt wurde, sei ein Rückgang der Zahlen sichtbar, so Westphal. Die Kontrollen würden sich bei Fernfahrern herumsprechen. "Und ein etwaiger Verlust des Führerscheins würde für Berufskraftfahrer ein existenzielles Problem darstellen."

Mit 3,2 Promille am Steuer

Vor allem die große Zahl osteuropäischer Fahrer sei ein Problem, sagte Westphal. Sie seien meist mehrere Wochen am Stück unterwegs und würden getrennt von ihren Familien ihre Freizeit auf Rasthöfen verbringen und dort dann Alkohol trinken, "den sie oft auch aus ihren Heimatländern mitbringen."

Erst Anfang Juli hatte die Polizei fünf betrunkene Lastwagenfahrer bei einer Kontrolle auf dem Rasthof Wonnegau an der Autobahn 61 an der Weiterfahrt gehindert. Die höchsten Atemalkoholwerte hatten Fahrer mit 2,66 und 2,08 Promille. Die Beamten kontrollierten 90 Lastwagen und ihre Fahrer bei der Abfahrt auf den Rasthof.

Wenige Tage später wurde ein Lkw-Fahrer mit 3,19 Promille auf der Autobahn 65 aus dem Verkehr gezogen. "Wir werden weiter kontrollieren und Druck erzeugen - um einfach auch zu zeigen: Wir schauen da nicht weg", sagte Innenminister Roger Lewentz (SPD) unlängst.

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