Expert*innen,Politiker*innen und Bürger*innen beraten wie das vom Hochwasser zerstörte Ahrtal wieder aufgebaut werden kann. (Foto: SWR)

Zukunftskonferenz für Flutregion

Experten planen Wiederaufbau im Ahrtal

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Wie kann der Wiederaufbau des von der Flut zerstörten Ahrtals gestaltet werden? Darüber haben sich am Dienstagabend bei einer sogenannten Zukunftskonferenz im Kreis Ahrweiler erstmals Experten und Politiker beraten.

Die Konferenz wurde ins Leben gerufen, um Ideen und Positionen zu den verschiedenen Aspekten einzusammeln und zu diskutieren. Auch Bürgerinnen und Bürger nahmen an dem Treffen teil. Man müsse sich einer Jahrhundertaufgabe stellen, sagte der stellvertretende Landrat des Kreises Ahrweiler, Horst Gies (CDU). "Jetzt ist es erforderlich, kluge Ideen und klare Vorstellungen für die Zukunft gemeinsam zu entwickeln."

"Das Ahrtal wird wieder aufgebaut."

Der Wiederaufbau der Infrastruktur müsse strategisch, nachhaltig und zukunftsfest angegangen werden, so Gies. Es dürfe dabei keine Denkverbote geben. Die Bewältigung der Krise erfordere eine nie gekannte Kraftanstrengung. Gies vertrat bei der Konferenz als Erster Kreisbeigeordneter den langfristig erkrankten Landrat Jürgen Pföhler (CDU). Pföhler hat nach Angaben der CDU-Kreistagsfraktion mittlerweile einen Antrag auf dauerhafte Dienstunfähigkeit gestellt und will demnach aus seinem Amt ausscheiden. Die Zukunftskonferenz zum Ahrtal soll mehrmals tagen, auch Bürger können Vorschläge einreichen.

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18 Milliarden Euro Schadenshöhe

Die Wiederaufbaubeauftragte des Landes Rheinland-Pfalz, Innenstaatssekretärin Nicole Steingaß, sagte, beim Wiederaufbau gehe es um eine Schadenssumme von insgesamt rund 18 Milliarden Euro. Bei der Flut-Katastrophe Mitte Juli wurden große Teile des Ahrtals zerstört. 133 Menschen verloren ihr Leben. Für den Wiederaufbau stellen Bund und Länder einen Fonds in Höhe von 30 Milliarden Euro zur Verfügung.

"Vieles wird nicht eins zu eins entstehen können wie früher", sagte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) als Vertreterin der Bundesregierung. Es dürfe beim Wiederaufbau keine Förderlücke geben, dafür hätten Bund und Land Rheinland-Pfalz gemeinsam gesorgt.

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Ahrtal könnte zur Modellregion werden

Der rheinland-pfälzische CDU-Landtagsfraktionschef Christian Baldauf schlug unterdessen vor, das Ahrtal für den Wiederaufbau in vielen Aspekten zur Modellregion zu machen. Als Beispiele nannte er den neuesten Mobilfunkstandard G5 oder Ladepunkte für Elektro-Autos an Laternen. "Beim Wiederaufbau müssen wir in alle Richtungen denken", sagte Baldauf.

Bis jetzt sind noch viele Fragen ungeklärt: Zum Beispiel, wie eine mögliche Modellregion genau aussehen könnte, wie der Hochwasserschutz verbessert werden kann, ob die zerstörten Häuser in allen Dörfern an der Ahr wieder aufgebaut werden dürfen - und falls nicht, wo die Menschen dann leben sollen.

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