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In Rheinland-Pfalz haben gerade im ländlichen Raum immer mehr Geburtshilfeeinrichtungen finanzielle Probleme - so auch die Geburtshilfe der Hunsrück-Klinik in Simmern.

Die rheinland-pfälzische Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) hat am Donnerstag mit Vertretern der Hunsrück-Klinik in Simmern über die Zukunft der Geburtshilfestation gesprochen. Dabei habe die Ministerin aber keine konkrete finanzielle Unterstützung in Aussicht gestellt, teilte der Betreiber, die Kreuznacher Diakonie, mit.

Geburtshilfestation fehlt weiterhin eine gesicherte Finanzierung

Das Land könne sich nur dafür einsetzen, dass die Bedingungen für eine finanzielle Unterstützung verändert würden, so dass auch die Hunsrück-Klinik davon profitiere. An dem derzeitigen Abrechnungssystem für die Geburtshilfe könne das Land aber vorläufig nichts ändern, heißt es vom Betreiber. Eine schnelle Lösung oder zumindest eine Planungssicherheit sei daher für die Klinik leider nicht in Sicht.

Nach Angaben des Betreibers arbeitet die Abteilung seit Jahren nicht kostendeckend. Im vergangenen Jahr seien 505 Babys zur Welt gekommen - zu wenig um kostendeckend arbeiten zu können. Den Fehlbetrag gleiche die Klinik aus eigener Tasche aus. Der Betreiber fordere deshalb finanzielle Unterstützung vom Land, damit die Geburtshilfe-Abteilung die Versorgung junger Eltern im Hunsrück weiter sichern könne. Denn nach eigenen Angaben gibt es im Umkreis von 42 Kilometern keinen weiteren Kreissaal.

Gesundheitsministerin Bätzing-Lichtenthäler stellte keine konkreten Hilfe für die Geburtsstaion in Simmern in Aussicht. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / dpa / Andreas Arnold)
Gesundheitsministerin Bätzing-Lichtenthäler stellte keine konkreten Hilfe für die Geburtsstaion in Simmern in Aussicht. picture alliance / dpa / Andreas Arnold

Zuletzt wurde Geburtshilfe in Bad Honnef geschlossen

Erst Anfang Februar wurde in Bad Honnef - gleich hinter der Landesgrenze zu NRW - die Geburtshilfe im Cura Krankenhaus geschlossen. Nach Angaben des Betreibers kamen dort jedes Jahr gut 500 Kinder zur Welt. Um wirtschaftlich arbeiten zu können, hätten es aber doppelt so viele sein müssen, heißt es von den GFO-Kliniken in Bonn. Deshalb wurde die Station geschlossen.

Für werdende Eltern aus dem Siebengebirge oder dem Rheinischen Westerwald hat das Folgen: Schwangere aus Linz oder Unkel am Rhein müssen ihre Kinder seitdem in den bis zu 30 Kilometer entfernten Kliniken in Bonn oder Neuwied zur Welt zu bringen. Im Norden von Rheinland-Pfalz wurden in den vergangenen Jahren mehrere Geburtsstationen in Krankenhäusern geschlossen - unter anderem in Zell, Lahnstein und Diez.

Rückgang von Geburtshilfe in ganz Rheinland-Pfalz zu spüren

Das Sterben von Geburtshilfeeinrichtungen sei jedoch in ganz Rheinland-Pfalz deutlich zu spüren. Laut dem Gesundheitsministerium wurden in den vergangenen zehn Jahren 19 von 49 Geburtshilfekliniken geschlossen – ein Minus von 39 Prozent. Als Hauptgrund für Schließungen würden kleinere Krankenhäuser im ländlichen Raum, die besonders häufig betroffen sind, niedrige Fallpauschalen anführen. Gepaart mit den wenigen Geburten in den Häusern sei kostendeckendes Arbeiten unmöglich, heißt es immer wieder.

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