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Der größte private Zoo in Rheinland-Pfalz musste wegen Corona monatelang schließen. Dem Tierpark Neuwied fehlen nach eigenen Angaben mehr als 700.000 Euro. Es drohe die Pleite. Ministerpräsidentin Dreyer äußerte sich optimistisch.

Malu Dreyer (SPD) geht davon aus, dass der Tierpark in Neuwied die Corona-Krise mit den finanziellen Hilfen von Land und Bund überstehen kann. Der Zoo liege ihr am Herzen, und die Landesregierung wolle ihn erhalten, heißt es in einem Brief der Regierungschefin an den Oberbürgermeister von Neuwied, Jan Einig. Der CDU-Politiker hatte zuvor auf die schwierige finanzielle Situation des Zoos hingewiesen.

Das Land habe eigens dafür die sogenannte Corona-Futterhilfe aufgelegt, schreibt Dreyer. Damit könnten bis zu 80 Prozent der während der Schließungstage angefallenen Futter- und Tierarztkosten ersetzt werden. Der Zoo Neuwied habe dieses Instrument 2020 bereits zweimal erfolgreich eingesetzt. Diese Zuschüsse sollten auch während der jetzt beschlossenen Ausweitung des Lockdowns genutzt werden können.

Dreyer: Mittel aus Bund und Naturschutz

Zudem könnten die Zoos aus Mitteln des Naturschutzes Förderungen erhalten und auch die Hilfen des Bundes in Anspruch nehmen. Die Novemberhilfe etwa habe der Förderverein des Zoos im Dezember beantragt und eine Abschlagszahlung in Höhe von 10.000 Euro bekommen. Sie gehe davon aus, dass der Förderverein auch die Dezemberhilfen beantragt habe und die weiteren Hilfen für 2021 nutze, so Dreyer.

Zoodirektor Mirko Thiel hatte zuvor eine kurzfristige finanzielle Hilfe von der Landesregierung gefordert. Ansonsten könne der Zoo spätestens im Februar nicht mehr die Kosten von rund 8.000 Euro pro Tag, etwa für die Mitarbeiter und für die 1.800 Tiere, aufbringen.

"Novemberhilfe deckt laufende Kosten nicht"

Der Zoo habe zwar die Corona-Futterhilfe von 32.000 Euro erhalten und auch einen Abschlag auf die Novemberhilfe in Höhe von 10.000 Euro. Dies sei aber insgesamt zu wenig, um die laufenden Kosten zu decken, so der Zoodirektor.

Bereits im letzten Jahr war der Zoo wegen des Lockdowns im Frühjahr, im November und Dezember etwa drei Monate lang zu. Dadurch würden mehrere 100.000 Euro durch Eintrittsgelder fehlen. Alleine am Osterwochenende wären das etwa 100.000 Euro gewesen, berichtet der Zoodirektor.

Baldauf fordert 400.000 Euro von Landesregierung

Der CDU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl, Christian Baldauf, forderte von der Landesregierung eine Überbrückungshilfe in Höhe von 400.000 Euro für den Zoo. Der Landkreis und die Kommune könnten diese jeweils mit 50.000 Euro ergänzen. "Allein die Folgekosten einer Insolvenz wären um ein Vielfaches höher", sagte Baldauf. Darüber hinaus müsse die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) endlich die letzte Rate der Förderung der Halle im Zoo in Höhe von 50.00 Euro freigeben.

Petition zur Zoo-Rettung gestartet

Die CDU-Kommunalpolitiker Pascal Badziong und Martin Hahn haben unterdessen eine Petition zur Rettung des Zoos gestartet, mit der sie sich an die Ministerpräsidentin wenden wollen. "Mehr als 80 Arbeitsplätze und das Wohl von 1800 Tieren stehen auf dem Spiel", betonten sie. Private Unterstützer hätten während des ersten Lockdowns fast 320.000 Euro für den Zoo gespendet. Dies zeige die große Unterstützung der Einrichtung.

Mehr Spenden als in den vergangenen Jahren

Bereits im vergangenen März startete der Neuwieder Zoo einen Spendenaufruf. Dem Aufruf folgten viele Menschen. So erhielt der Zoo mehr als 300.000 Euro. Mirko Thiel hofft, dass die Stadt Neuwied den jährlichen Zuschuss von 150.000 Euro schon im Januar, statt wie üblich erst im November zur Verfügung stellt. Dann könnte eine Insolvenz zumindest vorläufig verhindert werden. Die Entscheidung könnte noch in dieser Woche fallen.

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