Ein Wisent im Wald (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)

Aus dem Sauerland eingewandert

Warum ein Wisent im Westerwald bei Jägern für Ärger sorgt

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Der aus dem Sauerland eingewanderte Wisent-Bulle hat in den vergangenen Wochen schon Hochsitze zerstört, Bäume angefressen und einen Unfall verursacht. Wie soll es jetzt weitergehen?

Wisente kennt man im Westerwald normalerweise höchstens aus dem Tierpark in Gackenbach. Seit einigen Wochen ist aber auch ein wilder Wisent-Bulle im Westerwald unterwegs. Das Tier stammt von einer frei lebenden Herde im 150 Kilometer entfernten Rothaargebirge im Sauerland – also aus Nordrhein-Westfalen. Dort wurden die mächtigen Wildrinder seit 2013 wieder angesiedelt.

Wisent hat mehrere Hochsitze zerstört

Unter den Jägern sorgt der neue Waldbewohner zum Teil für Ärger. Denn der Wisent hat bereits mehrere Hochsitze zerstört, als er sich an ihnen gekratzt hat. Auch eine Kollision mit einem Auto habe es bereits gegeben, bei dem der Wisent angefahren wurde, berichtet Kurt Milad, der Kreisjadgmeister im Kreis Neuwied. Er macht deshalb den Vorschlag, den Bullen einzufangen und in einen Tierpark zu bringen, wo er Anschluss an eine bestehende Wisent-Herde hätte und auch für Nachwuchs sorgen könnte.

Bulle schädigt auch Bäume im Westerwald

Dazu kommt, dass der Bulle auch Bäume abschält, um die Rinde zu fressen. Davon können die betroffenen Bäume absterben. "Die Jäger müssen letztlich haften, obwohl sie die Tierart nicht vertreiben oder bejagen dürfen", beklagt Milad. Das sei bei Wildschweinen völlig anders. Wenn Wildschweine Schäden anrichten, dann könne der Jäger sie bejagen, sagt der Kreisjagdmeister des Kreises Neuwied. Der Wisent aber richte Schäden an und die Jäger im Westerwald könnten nichts dagegen tun.

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