Der Förderturm der ehemaligen Grube Georg in Willroth gilt als Wahrzeichen der Region und ist an der A3 weithin sichtbar.  (Foto: Naturschutzinitiative e.V. (NI)/Immo Vollmer)

Ehemalige Grube Georg im Westerwald

Kritik an geplanter Beleuchtung für Förderturm bei Willroth

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Bei Willroth erinnert der Förderturm der ehemaligen Grube Georg an die Bergbautradition im Westerwald. Naturschützer haben etwas dagegen, dass er nachts beleuchtet werden könnte.

Der Förderturm der ehemaligen Eisenerzgrube Georg auf einem der höchsten Punkte des rheinischen Westerwaldes ist an der A3 weithin sichtbar. Er gilt auch als ein Wahrzeichen der Region. Nach Angaben der Naturschutzinitiative e.V. (NI) gibt es in der Ortsgemeinde Willroth Pläne, das markante Industrie-Denkmal abends und nachts anzustrahlen. Das aber lehne man entschieden ab, heißt es in einer Pressemitteilung.

Lichtverschmutzung: Ein Grund für das Insektensterben

Günter Hahn, der Vorsitzende der NI-Kreisgruppe Neuwied, kritisiert unter anderem, starke Lichtquellen seien für nachtaktive Tiere mit erheblichen Störungen verbunden, etwa für Nachtfalter oder Fledermäuse. So würden etwa Nachtfalter durch zu viel Licht abgelenkt, schreibt der Biologe. Es sei wissenschaftlich nachgewiesen, dass sie dadurch weniger Pflanzen bestäuben könnten als in dunkleren Umgebungen. Zudem steige das Risiko, dass sie von Feinden im Licht gesehen und gefressen werden. Lichtverschmutzung trage so zum Insektensterben bei, so der Biologe Günter Hahn.

Zu viel Licht löst oft Schlafprobleme aus

Bei Vögeln könne eine künstlich verlängerte Lichtdauer zu einer zu frühen Paarungsbereitschaft führen. Im schlimmsten Fall könnten die Vögel dann viel zu früh im Frühjahr brüten, wenn sie noch nicht genug Futter für ihren Nachwuchs finden können. Aber auch für Menschen sei zu viel Licht in der Nacht schädlich, kritisiert die Naturschutzinitiative weiter: Das könne den Tag-Nacht-Rhythmus stören und zu Schlafproblemen führen.

Schon jetzt viele starke Lichtquellen an der A3

Außerdem würde ein nachts angestrahlter Förderturm der Grube Georg es durch zu viel Licht für die Menschen schwerer machen, einen Sonnenaufgang oder einen Sternenhimmel zu sehen. "Leider nimmt der Anteil an extrem weit in die Landschaft einwirkenden Lichtquellen immer mehr zu", sagt auch Immo Vollmer von der Naturschutzinitiative aus dem Westerwald: Weitere Beispiele im nahen Umfeld seien etwa die Werbetürme an den Rastanlagen an den Anschlussstellen bei Neuwied und Ransbach-Baumbach auf die A3. Oder der überdimensionierte "Werbefernseher" ebenfalls an der A3 in der Nähe des Förderturms, so Immo Vollmer.

Tourismus rund um den Förderturm soll angekurbelt werden

Nach den Plänen der Ortsgemeinde Willroth im Westerwald soll das geschichtsträchtige Bauwerk durch die Beleuchtung am Abend und in der Nacht noch mehr in Szene gesetzt werden. Vor allem auch, um es für Touristen attraktiver zu machen. Besucher können den Förderturm im Westerwald besichtigen.

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