Ein Wildschwein hat zwei Frauen im Wald von Boppard bedroht.  (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Nicolas Armer)

Frauen müssen zwei Stunden ausharren

Vor Wildschwein auf den Baum geflohen - Jäger retten Frauen bei Boppard

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Ein Wildschwein hat im Wald von Boppard zwei Frauen auf ihrer Wanderung verfolgt. Die beiden Wanderinnen konnten erst nach einem Notruf gerettet werden.

Zwei Frauen aus Münster hatten am Wochenende bei einer Wanderung durch den Wald von Boppard eine unangenehme Begegnung: Plötzlich stand ein Wildschwein auf dem Weg - und ist den beiden dann sogar noch gefolgt.

Auf dem Rückweg vom Bopparder Klettersteig hätten sie nicht den richtigen Weg ins Tal gefunden, erzählt Nuria Walden aus Münster, deshalb seien sie dann einem Weg gefolgt, der auf einer Wander-App eingezeichnet ist. Der Weg habe sich aber als Sackgasse entpuppt und auf einen Wildacker geführt. Beim Zurückgehen habe dann aus heiterem Himmel das Wildschwein vor ihnen gestanden.

Wildschwein ruht sich unter Baum aus

Sie hätten sich umgedreht und seien langsam einen Hang hochgegangen, sagt Nuria Walden. Aber das Wildschwein habe sie hartnäckig verfolgt. Da seien sie weggelaufen und hätten sich auf Bäumen in Sicherheit gebracht. Doch statt abzuziehen, habe das Wildschwein sogar versucht, ihnen auf den Baum zu folgen. Aggressiv sei es aber nicht gewesen, erzählt Walden. Vielmehr habe es sich einfach unter den Baum gelegt und ausgeruht.

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Die beiden Wanderinnen aus Münster wussten nicht mehr weiter. Weil es immer später wurde, wählten sie schließlich den Notruf. Der zuständige Jagdpächter war mit seinem Sohn schnell zur Stelle. "Als ich die beiden Frauen vor Ort tatsächlich auf den Bäumen sitzen sah, mit dem Wildschwein unter sich - da war auch ich erst mal baff", erzählt Ralf Schwammkrug. So was habe er in seinen 25 Jahren als Jäger noch nicht erlebt. Denn normalerweise seien Wildschweine scheu.

Als ich die beiden Frauen vor Ort tatsächlich auf den Bäumen sitzen sah, mit dem Wildschwein unter sich - da war auch ich erst mal baff.

Begegnung mit Wildschwein kann auch tödlich enden

Als das Wildschwein auf Ralf Schwammkrug zulief, hat der Jäger einen Schuss abgegeben, der ging aber daneben. Schließlich gelang es seinem Sohn Tobias, der auch Jäger ist, das Wildschwein zu erlegen. Das etwa 95 Kilo schwere Tier sei auf den ersten Blick kerngesund gewesen. Auch Tollwut schließen die beiden Jäger so gut wie sicher aus. Das Veterinäramt soll nun zur Sicherheit Fleischproben untersuchen.

Vermutlich sei das Wildschwein in seinem Revier im Schlaf gestört worden und habe dieses dann verteidigen wollen, sagt Schwammkrug. Er rät deshalb auch eindringlich dazu, im Wald immer auf den offiziellen Wanderwegen zu bleiben. Denn eine Begegnung mit einem Wildschwein könne auch tödlich enden.

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SWR