Das ehemalige Lager auf dem Stegskopf. (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Ein Jahr nach der Wegefreigabe

Wie es auf dem Stegskopf im Westerwald weiter geht

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AUTOR/IN
Christoph Bröder

Windkraftanlagen, Wegefreigabe, Bundeswehr-Nutzung und Logistikzentrum – die Diskussionen rund um den ehemaligen Truppenübungsplatz Stegskopf reißen nicht ab.

Vor einem Jahr sind einige Wege auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Stegskopf im Westerwald für die Bürger freigegeben worden. Nach Auskunft der Bürgerinitiative "Freie Wege für alle" werden die Wege auch von vielen Menschen genutzt. Die Initiative hatte sich für die Freigabe der Wege eingesetzt und fordert mehr. Doch Diskussionen rund um den Stegskopf gibt es noch in anderen Punkten.

Werden mehr Wege freigegeben?

Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) Naturerbe als Besitzerin des Areals sagt, dass keine weiteren Wege freigegeben werden sollen. Vor Kurzem haben sich Mitglieder der Bürgerinitiative daher mit dem Bürgermeister der Verbandsgemeinde Daaden, Helmut Stühn (parteilos), getroffen. Stühn will sich nach Auskunft der Initiative ebenfalls für die Freigabe weiterer Wege auf dem Stegskopf einsetzen. "Wir werden ihm einen Lageplan zusammenstellen, wo jene Wege eingezeichnet sind, die unserer Ansicht nach noch freigegeben werden sollten", sagt Rolf-Dieter Wiederstein von der Bürgerinitiative.

Mit diesem Plan und einigen Argumenten in der Hinterhand wolle Stühn sich dann mit Vertretern der DBU Naturerbe treffen, um die Freigabe weiterer Wege auszuhandeln. Die Bürgerinitiative erhofft sich außerdem, dass an markanten Aussichtspunkten auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Bänke aufgestellt werden. Und auch eine ordentliche Beschilderung für Radfahrer und Wanderer ist aus Sicht der Initiative notwendig.

Wann wird das Logistikzentrum am Stegskopf gebaut?

Seit vielen Jahren setzt sich die Ortsgemeinde Emmerzhausen dafür ein, dass im Bereich des ehemaligen Lagers Stegskopf ein Logistikzentrum gebaut wird. Einen Investor dafür gibt es schon lange. "Wir stehen derzeit in Kaufverhandlungen mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA)", sagt Heinz Dücker. Er ist Stegskopf-Beauftragter der Gemeinde. Der BImA gehört das Lager derzeit noch, die Gemeinde Emmerzhausen hat darauf ein Vorkaufsrecht.

Das ehemalige Lager der Bundeswehr auf dem Stegskopf. (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Das ehemalige Lager der Bundeswehr auf dem Stegskopf. Picture Alliance

Dücker hofft, dass Emmerzhausen das ehemalige Lager noch in diesem Jahr kaufen und an den Logistik-Investor weiterverkaufen kann. Bis es so weit ist, werde aber noch einige Zeit vergehen. Nach dem Kauf müssten noch mehrere bürokratische Hürden genommen werden, das würde dann noch mindestens zwei Jahre Zeit in Anspruch nehmen. So schnell werden auf dem Stegskopf also noch keine Bagger rollen.

Kehrt die Bundeswehr auf den Stegskopf zurück?

2014 hat die Bundeswehr den Truppenübungsplatz Stegskopf aufgegeben. Jetzt deutet sich eine Rückkehr an. Das Sanitätsregiment 2 aus Rennerod plant, Teile des ehemaligen Truppenübungsplatzes zu nutzen. Wie Kommandeur Sven Funke mitteilt, geht es um eine Fläche von etwa 150 Hektar. Das gesamte Areal des Truppenübungsplatzes umfasst 2.000 Hektar.

Werden bald wieder Soldaten auf dem Stegskopf zu sehen sein? (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Werden bald wieder Soldaten auf dem Stegskopf zu sehen sein? Picture Alliance

Das Sanitätsregiment wolle dort etwa üben, wie man ein großes mobiles Feldlazarett aufbaut. Das bestehe aus vielen Zelten und Containern. Nach Auskunft des Kommandeurs reicht der Platz in der Kaserne dafür nicht aus. Hintergrund für den Bedarf solcher Übungen sei die aktuelle politische Lage mit dem Krieg in der Ukraine. Gespräche mit der DBU Naturerbe habe es bereits gegeben. Kommandeur Funke rechnet aber erst im kommenden Jahr mit einer Entscheidung.

Wird es Windräder auf dem Stegskopf geben?

Auch die Frage, ob es Windkraftanlagen auf dem Stegskopf geben werde, sorgt bereits seit Jahren für Diskussionen in der Region. Einige Kommunalpolitiker sprechen sich deutlich für den Bau von Windkraftanlagen auf dem Stegskopf aus, etwa der Landrat des Kreises Altenkirchen, Peter Enders (CDU). Denn das Areal liegt auf bis zu 650 Höhenmetern und ist somit sehr windreich.

Sowohl die DBU als auch das Bundesumweltministerium schließen jedoch den Bau von Windkraftanlagen auf dem Stegskopf aus. Das Gebiet zählt seit einigen Jahren als Nationales Naturerbe. Wie das Ministerium mitteilt, dienen diese speziellen Gebiete ausschließlich dem Schutz der Natur und Biodiversität. Das sei auch vertraglich so festgelegt. Der Ausbau der erneuerbaren Energien dürfe grundsätzlich nicht zu Lasten von Natur- und Artenschutz gehen.

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