Durch hohe Temperaturen hat sich ein Teppich aus Blaualgen gebildet. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / dpa | Daniel Reinhardt)

Für Menschen gefährliche Bakterien

Warnung vor Blaualgen in der Mosel bei Koblenz

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In der unteren Mosel sind zurzeit vermehrt grüne Schlieren zu sehen. Dabei handelt es sich um für den Menschen gefährliche Blaualgen. Die zuständige Behörde mahnt zur Vorsicht.

In der unteren Mosel hat das Landesamt für Umwelt nach eigenen Angaben eine erhöhte Belastung durch Blaualgen gemessen. Demnach wurde an der Messstelle in Koblenz die Warnschwelle von 15 Mikrogramm Blaualgen-Chlorophyll pro Liter erstmals in diesem Jahr überschritten.

Anders als ihr Name es vermuten lässt, bilden die sogenannten Blaualgen nach Angaben des Landesamtes für Umwelt vor allem in langsam fließenden Bereichen grüne Schlieren oder schwimmende, grüne Teppiche. Bei den Blaualgen handelt es sich demnach um Cyanobakterien, von denen einige Arten Giftstoffe ins Wasser absonderten, die die Leber schädigen könnten.

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Gefahr von Hautreizungen und Magen-Darm-Beschwerden durch Blaualgen

Kommen Blaualgen mit den Schleimhäuten in Berührung, könne es zu Reizungen, Bindehautentzündungen der Augen oder Quaddeln auf der Haut kommen. Vorsorglich sollten daher Gewässer- und Uferbereiche mit deutlich grüner Färbung gemieden werden, rät das Landesamt. Dies gelte insbesondere für Kleinkinder und andere Menschen mit schwachem Immunsystem. Das Wasser sollte außerdem nicht getrunken oder verschluckt werden, auch Hunde sollten vom Fluss ferngehalten werden.

Grundsätzlich sei es nicht verboten, in Gewässern mit Blaualgenbelastung Wassersport zu machen, heißt es vom Landesamt. Um Hautreizungen zu vermeiden, sollten Sportler nach dem Wasserkontakt aber auf jeden Fall duschen oder die betroffenen Hautpartien abspülen. Das Landesamt für Umwelt weist in diesem Zusammenhang nochmal daraufhin, dass die Mosel kein Badegewässer sei.

Trockenheit begünstigt Blaualgenwachstum in der Mosel

Warum sich die Blaualgen vor allem in der Mosel so stark vermehren, liegt nach Angaben von Julia Kleinteich, Biologin bei der Bundesanstalt für Gewässerkunde in Koblenz, an mehreren Faktoren. Zum einen habe es in den letzten Wochen und Monaten lange Trockenphasen gegeben, in denen es nicht viel geregnet habe. "Das heißt, es fließt insgesamt weniger Wasser durch die Mosel und es fließt auch langsamer." Damit bleibe es auch länger in den einzelnen Staustufen der Mosel.

Für die Blaualgen bliebe so mehr Zeit, um zu wachsen. Die geringe Fließgeschwindigkeit zusammen mit einer höheren Wassertemperatur und einer höheren Sonneneinstrahlung führten dazu, dass sich die Blaualgen momentan stark ausbreiteten, so Kleinteich.

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Blaualgen in Rhein und Lahn kein Problem

In Flüssen mit einer höheren Fließgeschwindigkeit, wie beispielsweise dem Rhein, hätten die Blaualgen dagegen keine Chance. Warum sich die Bakterien nicht auch in der Lahn ausbreiteten, die ebenfalls Staustufen und eine geringere Fließgeschwindigkeit hat, habe bislang noch nicht geklärt werden können. Hier herrschten andere Algenarten vor. Eventuell könnten sich die Blaualgen deshalb dort nicht so stark durchsetzen wie in der Mosel, sagt die Biologin.

Möglichkeiten, die Ausbreitung der Blaualgen in der Mosel einzudämmen, gibt es nach Auskunft von Kleinteich nicht. In Badeseen sei es möglich, beispielsweise mit Ultraschall-oder Ozonbehandlungen gegen die Blaualgen vorzugehen oder auch ihnen die Nährstoffe im See zu entziehen. Für einen so großen und langen Fluss wie die Mosel sei das aber keine Option. Sollte sich die Wetterlage also nicht ändern und es weiter heiß bleiben und wenig regnen, sei damit zu rechnen, dass sich die Blaualgen in der Mosel noch weiter ausbreiten werden.

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