Waldbrandgefahr im Norden von RLP steigt.

Waldbrandgefahr im Norden des Landes

Förster: Wälder in RLP besser vor Bränden schützen

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Bruno Nonninger
Sandra Thyssen

Die sommerlich hohen Temperaturen und der Wind erhöhen auch im Norden von Rheinland-Pfalz die Waldbrandgefahr. Einige Kommunen setzen jetzt auf bessere Ausrüstung.

Die sommerlich hohen Temperaturen in den vergangenen Wochen und der trockene Wind hätten dazu geführt, dass die Böden im Wald inzwischen stark ausgetrocknet sind, sagt Frank Ridderbusch, Regionalleiter Nord, Landesforsten Rheinland-Pfalz. Besonders in der Eifel sei die Gefahr für einen Waldbrand derzeit hoch, da dort noch viele Nadelbäume stehen.

Auch in anderen Waldgebieten, wie etwa dem Wald in der Region Koblenz und im Kreis Mayen-Koblenz, sei die Waldbrandgefahr momentan "schon ziemlich hoch", sagt Revierförster Dieter Kaul. Er ist zuständig für die Staatswälder von Dieblich, Niederfell, Lehmen, Brey, Waldesch und Rhens. Einen Überblick über die aktuelle Waldbrandgefahr gibt der Waldbrandgefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes.

Waldbrandgefahrenindex (WBI, links) und Graslandfeuerindex (GLFI, rechts) des Deutschen Wetterdienstes (DWD) für den 15.06.2023
Waldbrandgefahrenindex (WBI, links) und Graslandfeuerindex (GLFI, rechts) des Deutschen Wetterdienstes (DWD) für den 15.06.2023

Waldbrandgefahr hängt von Waldart ab

Es komme aber darauf an, um was für einen Wald es sich handele, sagt Kaul. Innerhalb seines Reviers bestehe der Wald überwiegend aus Laubbäumen, da sei die Waldbrandgefahr nicht so hoch wie bei Nadelbäumen.

Nach Angaben des Revierförsters stehen teilweise aber noch viele Fichten im Wald, die durch die Trockenheit der letzten Jahre oder durch den Borkenkäferbefall abgestorben sind. Das erhöhe die Brandgefahr, sagt Kaul. Auch Totholz am Boden könne ein Problem sein. Jedoch sei dieses auch ein für Waldtiere und Kleinstlebenwesen wichtiger Lebens- und Nahrungsraum im Wald.

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Entgegen der häufigen Annahme, dass Glasscherben ein hohes Risiko darstellten, seien vor allem weggeworfene Zigarettenkippen, parkende Autos auf trockenen Grasflächen oder auch unerlaubte Grill- oder Gartenfeuer das größte Problem, sagt Kaul. Daraus könne durch Wind und Trockenheit schnell ein gefährlicher Brand entstehen.

Um die Wälder besser vor einem möglichen Brand zu schützen, müsste noch einiges verbessert werden, sagt der Revierförster. So sei beispielsweise häufig die Wasserversorgung im Wald oder in Waldnähe ein Problem, da es dort nicht überall leistungsfähige Hydranten gebe. Wenn dann ein Löschfahrzeug komme, das nicht genügend Wasser transportieren könne, sei die Brandbekämpfung problematisch.

Viele Wehren rüsten sich für den Einsatz bei Waldbränden

Einige Kreise und Feuerwehren haben reagiert und deshalb spezielle Ausrüstung oder Fahrzeuge angeschafft - beispielsweise geländegängige Fahrzeuge wie Unimogs, die bei einem Waldbrand eingesetzt werden können. So etwa die Verbandsgemeinde Bad Ems-Nassau, die Stadt Lahnstein, der Kreis Cochem-Zell, der Rhein-Hunsrück-, der Rhein-Lahn- und der Westerwaldkreis. Dieser habe im Mai sechs neue geländegängige Löschfahrzeuge speziell für Wald- und Vegetationsbrände gekauft.

Ein Sprecher der Stadt Lahnstein teilte mit, es habe Pilotprojekte zur Löschwasserversorgung im Wald und verschiedene Fortbildungen und Schulungen gegeben. Auch Großübungen mit dem Szenario eines Waldbrandes seien durchgespielt worden.

Viele Kreise arbeiten nach eigenen Angaben auch überörtlich zusammen. Für Wald- und Vegetationsbrände gebe es eigene Alarm-, Einsatz- und Koordinierungspläne. Teilweise würden im Brandfall auch landwirtschaftliche Betriebe herangezogen, die mit Traktoren und Güllefässern Löschwasser zum Brand bringen könnten.

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