Landwirt Thorsten Zellmann streichelt in seinem Kuhstall eine Kuh. (Foto: SWR)

Nach Insolvenzantrag

Vorzeige-Milchviehbetrieb in Endlichhofen schöpft wieder Hoffnung

STAND

Landwirt Thorsten Zellmann vom Milchviehbetrieb "Birkenhof" in Endlichhofen im Rhein-Lahn-Kreis blickt wieder optimistisch in die Zukunft. Vor kurzem noch hatte er für seinen Betrieb Insolvenz angemeldet.

Der Birkenhof gilt eigentlich als ein Vorzeige-Milchbetrieb: 50 Milchkühe, alles vollautomatisch und die Milch verarbeitet Landwirt Thorsten Zellmann in der eigenen Molkerei. Doch der Hof musste nach eigenen Angaben kurz vor Weihnachten Insolvenz anmelden. Kurze Zeit stand der Familienbetrieb sogar still.

"Ich hatte noch nie so eine schwere Zeit, wie die momentane."

Absatz durch Milchabnehmer lief nicht wie geplant

Der Absatz durch die Rewe GmbH lief nicht so gut wie geplant. Ursprünglich habe die Supermarktkette in Aussicht gestellt, mehrere Tausend Liter Milch abzunehmen, sagt Zellmann. Am Ende seien es aber nur etwa 20 Prozent der Menge gewesen. Der hochmoderne Milchbetrieb mit Melk- und Futterroboter war dafür aber zu groß gebaut und geriet in Schieflage.

"Ich hatte noch nie so eine schwere Zeit, wie die momentane. Aber ich bin Landwirt aus Leidenschaft und in den letzten Wochen hat die Arbeit mit den Tieren viel Trost gespendet," sagt Zellmann. Der Landwirt hat ein Zukunftskonzept für seinen Hof erarbeitet. Nun hofft er, dass Gespräche mit der Bank und dem Milchabnehmer, der Rewe GmbH, Klarheit bringen und der Betrieb bald wieder normal laufen kann.

Im Stall bei Landwirt Thorsten Zellmann. (Foto: SWR)
Landwirt Thorsten Zellmann hat 50 Milchkühe auf dem Birkenhof untergebracht.

Milchpreis liege derzeit bei 40 Cent pro Liter

Zurzeit sei der Milchpreis zwar gar nicht mal so schlecht, sagt der 50-Jährige. Etwas über 40 Cent pro Liter zahlt die Großmolkerei. Das Problem seien die Kosten, wie beispielsweise gestiegene Energiekosten. "Die Futterkosten sind drastisch gestiegen - also zum Beispiel ein ganz einfaches Raps-Schrot aus Deutschland, was wir vor geraumer Zeit noch für unter 30 Euro kaufen konnten, kostet momentan über 40 Euro," sagt der Milchbauer.

Das Zukunftkonzept bedeute viel Arbeit für den 50-Jährigen. Doch er glaube an sein Konzept und auch seine Kunden würden ihm entsprechende Rückmeldungen geben, sagt Zellmann. Zudem setzt er auf den regionalen Milch-Markt, da sei die Nachfrage noch hoch und das Angebot relativ klein. Zellmann ist überzeugt, dass die Verbraucher qualitativ hochwertige Milch aus der Region wertschätzen und bereit sind, dafür auch mehr zu zahlen.

"Ich würde sagen, wenn wir irgendwo bei einem Milchpreis von 45 Cent pro Liter liegen würden, dann würden wir als Landwirte kostendeckend arbeiten können. Also ich könnte es, obwohl mein Ziel nicht ist Millionär zu werden."

Deutscher Bauerntag "Bauern verdienen Wertschätzung"

Für die Landwirte in Deutschland stehen große Veränderungen und Umbrüche bevor. Die Anforderungen an mehr Tierwohl und besseren Klimaschutz sind teuer und gefährden die Wirtschaftlichkeit.  mehr...

SWR Aktuell Rheinland-Pfalz SWR Fernsehen RP

Quirnbach

Verschwundene Wölfe Naturschutzinitiative fürchtet: Wölfe im Westerwald illegal getötet

Der Umweltverein Naturschutzinitiative vermutet, dass mehrere Wölfe im Westerwald, die jetzt verschwunden sind, möglicherweise abgeschossen worden sein könnten. Das ruft Kritik hervor.  mehr...

Pfalz

Tiere nicht richtig betäubt Tierschutzskandal in pfälzischem Schlachthof

In einem pfälzischen Schlachthof soll es nach Recherchen einer Tierrechtsgruppe und des SWR über Wochen hinweg zu massiven Verstößen gegen den Tierschutz gekommen sein. Dies berichtet das SWR-Politikmagazin "Zur Sache Rheinland-Pfalz".  mehr...

STAND
AUTOR/IN