Ärztin führt Coronatest durch - viele positive Fälle im Westerwaldkreis (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Robert Michael)

Angespannte Lage im nördlichen Rheinland-Pfalz

Gesundheitsämter wegen steigender Corona-Zahlen überlastet

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Im Westerwald haben sich in den vergangenen Tagen viele Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Die Kreisverwaltung spricht von einem "massiven Anstieg". Auch in anderen Kreisen ist die Lage angespannt.

Innerhalb eines Tages sind nach Angaben des Kreises 141 neue Coronafälle beim Gesundheitsamt in Montabaur gemeldet worden. Wie der Kreis auf SWR-Anfrage erklärt, hätten sich Hochbetagte genauso infiziert wie nur wenige Wochen alte Babys. Je älter die Menschen seien, desto schwerer seien die Verläufe. Es gebe aber auch junge Menschen, die ganz erhebliche Probleme hätten, und zum Beispiel unter Atemnot litten.

Gesundheitsamt kann keine Kontakte mehr nachverfolgen

Wegen der hohen Zahlen an Neuinfizierten ist das Gesundheitsamt nach Angaben des Kreises überlastet: Zurzeit seien die Mitarbeiter weder in der Lage, infizierte Personen schnell zu kontaktieren, noch eine Kontaktnachverfolgung durchzuführen, heißt es in einer Mitteilung. Auch das Gesundheitsamt im Kreis Neuwied ließ vor Kurzem wissen, dass die Infektionsketten nicht mehr gut zurückverfolgt werden könnten.

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Mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 135 (Stand 18.11.2021) steht der Westerwaldkreis im Vergleich noch gut da, es ist der niedrigste Wert aller Kreise im Norden von Rheinland-Pfalz. In den Kreisen Cochem-Zell (227), Rhein-Hunsrück (201) und Altenkirchen (193) liegt die Inzidenz aktuell beispielsweise deutlich höher.

Appell an Eigenverantwortung

Die Behörde im Westerwaldkreis appelliert an die Eigenverantwortlichkeit der Infizierten und bittet positiv getestete Personen und ihre nicht vollständig geimpften oder genesenen Kontaktpersonen, selbstständig in Quarantäne zu gehen.

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Die Quarantänepflicht bestehe auch ohne unmittelbaren Anruf aus dem Gesundheitsamt, teilt die Leiterin des Gesundheitsamtes Sarah Omar mit. Wer sich krank fühle und starke Symptome entwickele, solle sich in jedem Fall telefonisch an den Hausarzt wenden. Ein positiver Laborbefund reiche aus, um beim Arbeitgeber eine Quarantänepflicht geltend zu machen, sagt Omar.

Hotline nur noch vormittags erreichbar

Das Gesundheitsamt im Westerwaldkreis schränkt die Erreichbarkeit nach eigenen Angaben ab jetzt ein. Die Hotline sei nur noch vormittags geschaltet. Das Gesundheitsamt rät aufgrund der steigenden Fallzahlen, sich impfen zu lassen und die empfohlenen Auffrischungsimpfungen wahrzunehmen.

"Im Norden von Rheinland-Pfalz hat man uns scheinbar vergessen."

Gesundheitsamt fordert bessere Impf-Infrastruktur vom Land

Die Nachfrage nach Impfungen im Westerwald sei zurzeit sehr groß, sagt Omar. Das Land müsse jetzt schnell Angebote schaffen. Der Kreis versuche zwar auch selbst, Personal für die Impfungen zu bekommen. Das sei aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein, sagt Omar: "Das Land hätte die Impfzentren mit Blick auf die notwendigen Boosterimpfungen nicht schließen dürfen."

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Auch mit der Reaktivierung der Stand-by-Impfzentren könne der Bedarf nicht gedeckt werden können. "Hier hat man uns im Norden von Rheinland-Pfalz scheinbar vergessen, denn die Impfangebote enden gefühlt in Koblenz", so Omar weiter.

Impfbusse und mobile Teams unterstützen Ärzte

Das Land unterstütze die niedergelassenen Ärzte auch im Norden des Landes mit ergänzenden Impfangeboten, teilt dazu ein Sprecher des Gesundheitsministeriums mit. Mobile Teams, zwölf Impfbusse, 21 Krankenhausstandorte und acht reaktivierte Impfzentren würden das flächendeckende Netz im Land komplettieren, damit die Menschen unkompliziert ihre Schutzimpfung erhalten könnten. Darüber hinaus kämen viele individuelle kommunale Lösungen zum Tragen, beispielsweise die Impfstelle im Löhr-Center in Koblenz.

 Kreis Neuwied versucht, mehr Ärzte fürs Impfen zu gewinnen

Der Neuwieder Landrat Achim Hallerbach sieht es ähnlich wie Gesundheitsamtsleiterin Omar. Die Kommunen in seinem Kreis versuchten derzeit, mehr Ärztinnen und Ärzte fürs Impfen zu gewinnen und die Mediziner bei der Logistik zu unterstützen, heißt es in einer Mitteilung. In einigen Bürgerhäusern würden beispielsweise zurzeit kleine Impfzentren eingerichtet, in denen ohne Termin geimpft werden soll.

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