Hubschrauber und THW-Fahrzeige am Nürburgring in der Eifel wegen Flutkatastrophe (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/dpa | Philipp von Ditfurth)

Hilfspakete können auch abgeholt werden

Sachspenden für Hochwasseropfer kommen per Hubschrauber oder Lkw

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Klaus Welsch

Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) spricht von einer Welle der Solidarität und der Hilfsbereitschaft angesichts der Unwetter-Katastrophe. Und die Unterstützung ist vielfältig.

Tausende helfende Hände vor Ort. Zig Millionen Euro auf den verschiedenen Spendenkonten. Dazu Kisten und Säcke voller Sachspenden. Deutschland rückt in der Hochwasserkatastrophe zusammen. Doch wie kommen die Hilfen zu den Betroffenen? Vor allem die Verteilung der Sachspenden für die Opfer der Flutkatastrophe entlang der Ahr im Landkreis Ahrweiler ist eine logistische Herausforderung - auch, weil der Abtransport von Müll und Unrat aus dem Ahrtal nicht blockiert werden soll.

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Nürburgring als eine Basis für Sachspenden für Flutopfer

Aus ganz Deutschland kommen auch in der zweiten Woche nach der Flut noch Sachspenden in Rheinland-Pfalz an. Der Nürburgring ist DAS Sammel- und Verteilzentrum im Land. Dort heißt es seit Samstag: "Die Sachspenden sind sortiert, verpackt und werden nun sukzessive weiterverteilt." Man benötige keine Helfer mehr zum Sortieren und könne am Ring auch keine weiteren Sachspenden annehmen. Tagsüber geöffnet hat vor Ort am Nürburgring weiterhin die Ausgabestelle für Spendengüter. Hier gebe es unkomplizierte Hilfe für Flut-Geschädigte, so die Ring-Angaben. Vom Hochwasser Geschädigte müssten nur ihren Personalausweis dabei haben.

Spenden: Irrel benötigt Waschmaschinen und Trockner

Im Kreis Trier-Saarburg füllen die Sachspenden für die Flutopfer nach Behördenangaben ein riesiges Lager in Kenn. Vom Kreis, der die Verteilung der Hilfsgüter organisiert, heißt es, es würden keine Sachspenden mehr angenommen. Bis zu 30 Ehrenamtliche müssten die Spenden jetzt sortieren. Spenden seien lasterweise auch aus den Kreisen Kusel und Kaiserslautern gebracht worden. Die Sammelstelle für Sachspenden in Darscheid in der Vulkaneifel ist geschlossen. Dort stehen nach Angaben des Ortsbürgermeisters zwei Container mit sortierter Kleidung. Es sei noch unklar, was damit passiere. In Irrel in der Südeifel ist die Annahmestelle nach Mitteilung des Bürgermeisters noch geöffnet. Allerdings gebe es keinen Bedarf mehr an Kleidung. Benötigt würden beispielsweise Waschmaschinen und Trockner (Stand: 26. Juli).

Adenau

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Vom Nürburgring gehen die dort gelagerten Sachspenden, wenn sie sortiert sind, einerseits per Bundeswehr-Hubschrauber in die betroffenen Gebiete in Rheinland-Pfalz und auch in Nordrhein-Westfalen. An Bord: "Lebenswichtige Güter wie Wasser und medizinische Ausrüstung", heißt es vom Heer. Auf der Straße sind Hilfs-Lkw unterwegs. Für deren Fahrer wurden die Lenkzeiten verlängert. Auch dürfen Fahrten mit Hilfsgütern an Sonntagen durchgeführt werden. Neben Kleidung und Kosmetikartikeln sind in den Hilfspaketen auch haltbare Lebensmittel sowie Spiele und Malutensilien für Kinder.
In den Regionen sollen Container und mobile Minimärkte aufgebaut werden, zu denen die Menschen kommen und sich Hilfsgüter abholen können.

Der Landrat des Kreises Ahrweiler, Jürgen Pföhler (CDU), sprach zuletzt von "kriegsähnlichen Zuständen" vor Ort und sagte, es müsse alles dafür getan werden, um die Grundbedürfnisse abzudecken.

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Finanzhilfen für Flutopfer: Wo sind die Hilfen zu beantragen? Wer ist berechtigt?

In den Katastrophenregionen in Rheinland-Pfalz haben bislang (Stand: 26. Juli) mehr als 3.000 Haushalte einen Antrag auf finanzielle Soforthilfe des Landes gestellt. Ein Sprecher des Statistischen Landesamtes kündigte erste Auszahlungen noch für diese Woche an. Das Landesamt hat zusätzliche Mitarbeiter abgestellt. Geprüft wird die Plausibilität der Anträge, etwa, ob die Adresse im betroffenen Gebiet liegt. Voraussetzung ist auch, dass die Schadenshöhe jeweils mehr als 5.000 Euro beträgt. Im Kreis Ahrweiler werden die Anträge für Landes-Soforthilfen von den Kommunen ausgegeben. Demnächst sollen die Anträge auch über ein Online-Formular gestellt werden können.Seit Freitag, 23. Juli, ist zwischen 8 und 20 Uhr eine Hotline (02603/71-1234 oder 02603/71-4321) des Statistischen Landesamtes für Fragen aus dem Landkreis Ahrweiler zum Antragsverfahren freigeschaltet.

Landkreis Ahrweiler zahlt nach Hochwasser bisher 2,4 Millionen Euro aus


Von Landrat Pföhler hieß es am Montag (26. Juli), auf dem Spendenkonto der Verwaltung des Landkreises Ahrweiler seien bislang mehr als zwölf Millionen Euro für die Opfer der Flutkatastrophe eingegangen. 2,4 Millionen Euro davon wurden den Angaben zufolge schon ausgezahlt. Pro Haushalt würden zwischen 1.000 und 2.000 Euro bereitgestellt, so Pföhler.

Hochwasser-Geschädigte aus den Kreisen Bitburg-Prüm, Mayen-Koblenz, Trier-Saarburg, Vulkaneifel und Bernkastel-Wittlich sowie aus der Stadt Trier können ihre Anträge bei ihrer Kreis- beziehungsweise Stadtverwaltung einreichen. In Trier-Ehrang haben Hochwasser-Geschädigte so bislang rund 200 Anträge auf Landes-Soforthilfe gestellt.

Land zahlt nach Flutkatastrophe bis zu 3.500 Euro Soforthilfe pro Haushalt

Die Soforthilfe des Landes soll akute Notlagen überbrücken. Ausgezahlt werden maximal 3.500 Euro je Haushalt. Das Land Rheinland-Pfalz stellt auf diesem Weg offiziellen Angaben zufolge insgesamt 200 Millionen Euro für die Opfer der Flutkatastrophe zur Verfügung - 100 Millionen Euro davon stammen aus den bereitgestellten Hilfen des Bundes. Nach Angaben der Behörden in Rheinland-Pfalz sind auch Soforthilfen für Gewerbebetriebe im Land im Gespräch.

Finanzhilfen durch private Spenden für Opfer des Hochwassers

Zweites finanzielles Standbein der Hilfen für die Flutopfer sind die privaten Spenden. Beim rheinland-pfälzischen Innenministerium wurde ein Spendenkonto eröffnet, auf dem nach Angaben des Ministeriums bis Montag gut 11,2 Millionen Euro eingegangen waren. Die ARD hatte im Rahmen eines Benefiz-Tages zusammen mit der "Aktion Deutschland hilft - Bündnis deutscher Hilfsorganisationen" mehr als 16,5 Millionen Euro an Spenden gesammelt.

Verlorengegangene Ausweise erschweren schnelle Auszahlung von Finanzhilfen

Probleme bei der schnellen Auszahlung von Hilfsgeldern im Katastrophengebiet machen derzeit nach Angaben von Landesinnenminister Roger Lewentz (SPD) verlorene Ausweise und vernichtete Datenbanken. In Zusammenarbeit mit der Bundesdruckerei wolle die Landesregierung Busse mit Verwaltungsbediensteten in die Region Ahrweiler schicken, um den Betroffenen schnell zumindest vorläufige Papiere auszustellen, so Lewentz am Montag in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Besonders dringlich sei die Situation in der schwer betroffenen Verbandsgemeinde Altenahr.

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Klaus Welsch