Der Konvoi mit den ersten der zwölf bei einem Anschlag in Mali verletzten Blauhelm-Soldaten der Bundeswehr fährt zum Bundeswehr-Zentralkrankenhaus in Koblenz. (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Nach Selbstmordattentat in Westafrika

Verletzte Bundeswehrsoldaten aus Mali werden in Koblenz behandelt

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Die zwölf Bundeswehrsoldaten, die bei einem Attentat in Mali verletzt wurden, sind zurück in Deutschland. Die erste Gruppe wurde ins Bundeswehr-Zentralkrankenhaus nach Koblenz gebracht. Ein zweiter Flieger landete in der Nacht zum Sonntag in Stuttgart.

Der Evakuierungsflug der ersten Gruppe landete nach Angaben der Luftwaffe am Samstagnachmittag in Köln. An Bord waren drei schwerverletzte deutschen Blauhelmsoldaten und drei Soldaten, die liegend transportiert werden mussten. Sie wurden ins Bundeswehr-Zentralkrankenhaus nach Koblenz gebracht. Das Land Rheinland-Pfalz stellte für den Krankentransport einen Großraum-Intensivtransportwagen zur Verfügung.

Ein Selbstmordattentäter hatte am Freitag rund 180 Kilometer nordöstlich der Stadt Gao eine stehende Patrouille mit einer Autobombe angegriffen. Es wurden 13 UN-Soldaten verletzt, darunter zwölf Deutsche und ein Belgier.

Klinik gerüstet für Schuss- und Explosionsverletzungen

Zwei der sechs Verwundeten werden im Bundeswehr-Zentralkrankenhaus auf Intensivstationen versorgt, teile ein Bundeswehr-Sprecher mit. Die Verletzungen seien typisch für eine Explosion. Vor allem Arme und Beine seien von Splittern getroffen worden.

"Beide sind in einem erfreulich stabilen Zustand", sagte Oberstarzt Michael Braun, Klinischer Direktor im Zentralkrankenhaus, am Montag in Koblenz. Beide seien wach und ansprechbar. Erwin Kollig, ebenfalls Klinischer Direktor und Oberstarzt, sagte, die Verletzungen der anderen vier Soldaten, die ebenfalls in Koblenz im Krankenhaus liegen, seien sehr unterschiedlich. Einer könne eventuell schon Ende dieser Woche die Klinik wieder verlassen, ein anderer werde vermutlich mehrere Woche oder mehrere Monate bleiben müssen.

Vor Ort informierte sich die Kommandeurin des #BundeswehrZentralkrankenhaus Koblenz, Generalarzt Dr. Almut Nolte, über den Gesundheitszustand der Verwundeten und die Arbeit ihrer Soldat|innen. Ihr Eindruck im Video unten: #HelfenistunsereDNA https://t.co/vG18iFRXhS

Die Kommandeurin des Krankenhauses, Almut Nolte, sagte in einem Video der Bundeswehr, das Krankenhaus verfüge "über eine ausgesprochen hohe Expertise für die Behandlung von komplexen Verletzungen, insbesondere auch zur Versorgung von Schuss- und Explosionsverletzungen." Die verletzten Soldaten seien in Koblenz also "gut aufgehoben". Das Land Rheinland-Pfalz unterstützte den Transport der verletzten deutschen Soldaten von Köln, wo sie mit dem Flieger gelandet sind, nach Koblenz ins Bundeswehr-Krankenhaus.

Zweiter Flug bringt Verletzte nach Stuttgart

Auch das zweite Bundeswehr-Flugzeug, das sechs weitere verletzte Bundeswehrsoldaten an Bord hatte, ist inzwischen zurück in Deutschland. Der Airbus A310 landete in der Nacht zum Sonntag in Stuttgart. Von dort aus wurden die Verletzten zur weiteren medizinischen Behandlung ins Bundeswehr-Krankenhaus nach Ulm gebracht. Drei von ihnen wurden nach Bundeswehr-Angaben noch in der Nacht operiert. Keiner müsse intensivmedizinisch versorgt werden, sagte ein Sprecher.

Die Verteidigungsministerin, Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU), twitterte am Sonntagabend: "Wir sind alle erleichtert". Demnach sind alle Bundeswehrsoldaten in Mali, die mit der Bergung vor Ort beauftragt waren, wieder im Camp in Gao.

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