Ein Banner mit der Aufschrift "Dieser Betrieb wird bestreikt", im Hintergrund stehen einige rote Busse (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Gewerkschaft ruft bis 6. Februar zum Streik auf

Folgen des Streiks bei privaten Busunternehmen im Norden von RLP

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Der Streik im privaten Busgewerbe hat spürbare Folgen auch für die Fahrgäste im Norden von Rheinland-Pfalz. Die Koblenzer Verkehrsbetriebe (koveb) haben den Fahrplan zusammengestrichen.

Im Norden von Rheinland-Pfalz fallen wegen der Streiks im privaten Busgewerbe auch in den kommenden Tagen viele Busse aus. Die Gewerkschaft ver.di hat bis zum 6. Februar zu den Arbeitsniederlegungen aufgerufen.

Eine Ausnahme macht ver.di für das Ahrtal. Dort seien die Mitarbeitenden der Ahrtal-Verkehrsbetriebe nicht zum Streik aufgerufen, damit möglichst viele Busse in der vom Hochwasser betroffenen Region weiter fahren können, teilte die Gewerkschaft mit. Der Regionalelternbeirat Koblenz hatte kürzlich gefordert, den Busverkehr im Kreis Ahrweiler nicht zu bestreiken, weil die Schülerinnen und Schüler dort nur unter schweren Bedingungen in die Schule kommen würden.

In Koblenz fährt wegen des Streiks nur jeder zweite Bus, weil es nicht genug Fahrerinnen und Fahrer gibt. Die Koblenzer Verkehrsbetriebe (koveb) haben nach eigenen Angaben deshalb einen Sonderfahrplan erarbeitet. Vorrang hat demnach die Schülerbeförderung. Einige Linien fallen komplett aus, auf anderen kommt es dagegen nur zu einer Ausdünnung des Fahrplans. In einer Pressemitteilung der Stadt Koblenz heißt es, die koveb setze alles daran, das Fahrtangebot so umfangreich wie möglich zu gestalten.

Auch andere Busunternehmen von Streik betrofffen

Seit Montag wird auch das private Busunternehmen Martin Becker im Rhein-Lahn-Kreis bestreikt. Wie das Unternehmen auf seiner Internetseite mitteilt, fallen dadurch Fahrten in den Linienbündeln "Blaues Ländchen", "Einrich" und "Diez" aus. Betroffen sei vor allem der Schülerverkehr.

Von dem Streik betroffen sind auch andere Regionen und Unternehmen etwa im Kreis Neuwied, im Rhein-Hunsrück-Kreis und im Westerwaldkreis. Die betroffenen Busunternehmen, wie beispielsweise Zickenheiner aus Koblenz und Orthen aus Herschbach können aber nach eigenen Angaben nicht immer genau abschätzen, welche Busse fahren und welche nicht. Es sei eine dynamische Situation, die ständig wechsele, heißt es beispielsweise von Zickenheiner. Das Unternehmen fahre, wo immer es möglich sei. Auf der Internetseite heißt es: "Wir bedauern diese Situation für unsere Fahrgäste sehr."

Von dem neuerlichen Ausstand betroffen sind nach Gewerkschaftsangaben sämtliche Betriebe und Standorte der DB Regio Bus Mitte GmbH, der DB Regio Bus Rhein-Mosel GmbH und der VRW und der MVB im Kreis Neuwied.

Darum geht es bei dem Streik im privaten Busgewerbe in RLP

Die Gewerkschaft ver.di und die Vereinigung der Arbeitgeberverbände Verkehrsgewerbe (VAV) verhandeln seit langem über einen neuen Manteltarifvertrag über die Arbeitsbedingungen der etwa 3.500 Busfahrerinnen und Busfahrer im Land. Die Gewerkschaft fordert unter anderem, dass ihnen auch die Standzeiten bezahlt werden, also die Fahrtunterbrechungen während einer Schicht. Außerdem sollen die Schichtlängen begrenzt werden.

Der Manteltarifvertrag war 2019 gekündigt worden. Über einen Entgelttarifvertrag mit einer Gehaltssteigerung hatten sich beide Seite nach langwierigen Auseinandersetzungen im vergangenen November geeinigt. Um die ins Stocken geratenen Tarifverhandlungen wieder in Bewegung zu bringen, hatte die Gewerkschaft ver.di nach eigenen Angaben eine Schlichtung vorgeschlagen - und gefordert, dass deren Ergebnis von beiden Seiten anerkannt werden müsse.

Ver.di warf der VAV vor, in einem am Dienstag präsentierten Entwurf für einen Manteltarifvertrag schlechtere Bedingungen vorzusehen als in dem früheren Vertrag. Das sei der "blanke Hohn", so der ver.di-Verhandlungsführer Marko Bärschneider: Die VAV wolle sich "trotz der bereits millionenschweren finanziellen Förderungen des Landes und der Kommunen noch weit darüber hinaus von der öffentlichen Hand bezahlen lassen".

Arbeitgeber hoffen auf Runden Tisch beim Landesverkehrsministerium

Der VAV betonte, im Ziel einer Verbesserung der Arbeitsbedingungen für die Fahrerinnen und Fahrer sei man sich mit ver.di einig. Allerdings müssten die einzelnen Punkte ohne Zeitdruck verhandelt werden, schließlich gehe es um grundlegende Veränderungen der Rahmenbedingungen in der von der Corona-Pandemie ohnehin schwer gebeutelten Branche.

Man erwarte nun eine "zeitnahe" Einladung des rheinland-pfälzischen Verkehrsministeriums zu einem Runden Tisch, an dem neben den beiden Tarifparteien auch das Land und Vertreter der Kommunen Platz nehmen sollten. Als möglichen Zeitpunkt sprach Hauptgeschäftsführer Heiko Nagel von nächster oder übernächster Woche.

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