Ulmer Nester Schlafboxen für Obdachlose im Winter (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)

"Ulmer Nester" bald in Koblenz?

Obdachlose in Koblenz: Schlafboxen könnten vor Kälte schützen

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Übernachten im Freien ist bei Minus-Temperaturen lebensgefährlich. Spezielle Schlafboxen, die sogenannten Ulmer Nester, könnten Obdachlose in Koblenz vor dem Kältetod schützen.  

Die Stadt Koblenz prüft derzeit, ob sie im Winter künftig spezielle Schlafkapseln für Obdachlose aufstellen wird. Einen entsprechenden Antrag hatten mehrere Ratsfraktionen in der vergangenen Stadtratsitzung gestellt. Solche Schlafkapseln wären für Koblenz neu.

In Ulm gibt es sie bereits seit zwei Jahren. Sie sollen Menschen ohne festen Wohnsitz in kalten Nächten einen Unterschlupf bieten und sie so vor dem Kältetod bewahren.

Was sind Ulmer Nester?

Die sogenannten Ulmer Nester sehen aus wie überdimensionierte Schlafkojen aus Holz und Stahlblech. Sie können theoretisch überall aufgestellt werden, sollen aber ganz bewusst keine Alternative zu Sammelunterkünften sein. Ob es in Koblenz wirklich einen Bedarf für diese zusätzlichen Übernachtungsmöglichkeiten gibt, prüft die Stadt momentan.

Was sagen Beratungsstellen für Wohnungslose?

Bei den Koblenzer Hilfsorganisationen, die mit Obdachlosen arbeiten, sorgt die Idee grundsätzlich für viel Zustimmung. Es seien allerdings noch viele Fragen offen, sagt zum Beispiel Jürgen Michel von der Wohnungslosenhilfe Die Schachtel in Koblenz.

Der Streetworker glaubt, dass die Ulmer Nester gerade in klirrend kalten Nächten eine gute Alternative zum Übernachten im Freien sind. "Vor allem für Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen nicht in die Übernachtungsheime gehen wollen, können die Boxen Schutz vor der Kälte bieten", sagt Michel.

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Mehr Streetworker für Ulmer Nester benötigt

Ein Knackpunkt sei allerdings, dass die Ulmer Nester auch betreut werden müssten, sagt der Streetworker. Denn in Ulm, wo die Boxen etwa seit zwei Jahren verwendet werden, sind sie aus Sicherheitsgründen über Sensoren mit einer Beratungsstelle verbunden. Wenn erforderlich bieten die Mitarbeiter schnelle Hilfe an und informieren auch über die Angebote der Wohnungshilfe.

Um das zu leisten, müsste aber zusätzliches Personal eingestellt werden, sagt Michel. Mit den wenigen Streetworkern, die sich momentan in Koblenz um Obdachlose kümmerten, sei dies wohl nicht zu stemmen. Außerdem müsse man gut überlegen, wo die Schlafkapseln aufgestellt werden könnten, um mögliche Übergriffe oder Vandalismus zu verhindern.na

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