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Nur wenige Menschen durften bislang hinein, doch jetzt soll der verschlossene Stollen aus dem Mittelalter bei Ulmen im Kreis Cochem-Zell begehbar gemacht werden - als neue Touristenattraktion in der Eifel.

Es ist stockdunkel im Stollen unter dem Ulmener Maar. Nur die Taschenlampe gibt etwas Licht. Der Stollen selbst ist nur so breit, dass man gerade noch durchgehen kann. Das Wasser plätschert auf dem Boden bis zu den Knöcheln. Nach etwa 30 Metern aber wird der Stollen etwas breiter.

Erbaut im Mittelalter

Andreas Schüller von der Natur- und Geopark Vulkaneifel GmbH zeigt auf die verschiedenen Gesteins-Schichten, die an der Wand zu sehen sind. "Diese uralten Grauwacken sind etwa 400 Millionen Jahre alt", sagt er ganz begeistert. Darüber liegen vulkanische Ablagerungen. Das sei etwas ganz Besonderes.

Ein paar Meter weiter sind gleichmäßige Kerben an der Decke und an der Wand zu sehen. Spuren der Erbauer, die den Stollen unter dem Ulmener Maar im Mittelalter geschaffen haben.

"An diesen Schlag-Marken kann man sehen, wie mühselig Zentimeter um Zentimeter aus dem Berg herausgeschlagen wurde."

Andreas Schüller, Natur- und Geopark Vulkaneifel GmbH

Stollen war Teil der Wasserversorgung für Mühlen

Der Stollen führt vom Jungfernweiher etwa 130 Meter unter der heutigen Autobahn A48 hindurch zum Ulmener Maar. Er wurde gebaut, damit die Mühlen in der Region mit Wasser versorgt werden konnten. Ein Teil des Stollens musste in den 1980er Jahren aus Sicherheitsgründen zugeschüttet werden, weil dort immer wieder Kinder spielten. Danach interessierte sich niemand mehr für den alten Stollen aus dem Mittelalter und er geriet praktisch in Vergessenheit.

Hoffnung auf Belebung des Tourismus in der Eifel

Vor ein paar Jahren untersuchten Wissenschaftler ihn und entdeckten dabei seine geologischen Besonderheiten. Die sollen dem Tourismus rund um Ulmen Auftrieb geben. Darauf hoffen viele Bürger und kämpfen dafür, dass der Stollen wieder begehbar wird. Auch das war sehr mühselig, berichtet der Bürgermeister von Ulmen, Thomas Kerpen. Das Projekt musste in Einklang gebracht werden mit dem Wasser- und dem Naturschutz.

"Das waren schon dicke Bretter, die wir bohren mussten."

Thomas Kerpen, Bürgermeister von Ulmen

Öffnung Ende 2022?

Jetzt geht es aber voran: In zwei Jahren sollen Besucher den Stollen besichtigen können. Das rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerium fördert das Tourismus-Projekt mit knapp 1,3 Millionen Euro. Ein Teil wird barrierefrei gebaut, so das Ministerium.

Im Bereich des Jungfernweihers entsteht zudem ein Informationsraum mit Schautafeln, in dem sich Besucher über den Stollen seine Geschichte, die Geologie und das Naturschutzgebiet Ulmener Maar informieren können. Mit dem Fördergeld vom Land entstehen außerdem ein Rundweg um den Jungfernweiher und am Ulmener Maar eine Aussichtsplattform.

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