Unterkünfte für Betroffene der Flutkatastrophe

Tiny Houses in Grafschaft aufgebaut

STAND

Endlich wieder ein bisschen Privatsphäre: Die Gemeinde Grafschaft hat 25 Tiny Houses für Betroffene der Flutkatastrophe im Ahrtal angeschafft. Die ersten werden jetzt aufgestellt.

Video herunterladen (7,9 MB | MP4)

Die Wohnung oder das Haus sind unbewohnbar. Erinnerungsstücke, Fotos, Kleider, Bettwäsche, Geschirr - alles ist weg. Die Menschen im Ahrtal, die die Flut überlebt haben, konnten oft nichts mehr aus ihrem alten Leben retten. Viele mussten in Notunterkünften oder bei Freunden und Verwandten unterkommen. Dort fehlt es oft an Privatsphäre, Ruhe und der Möglichkeit, einfach mal etwas abzuschalten.

Um den Betroffenen wenigstens ein kleines bisschen Normalität und die eigenen vier Wände zurückzugeben, hat die Gemeinde Grafschaft zusammen mit der HARIBO-Stiftung sogenannte Tiny Houses bestellt. Die ersten Mini-Häuser werden momentan in der Grafschaft aufgebaut.

25 Tiny Houses für Betroffene der Flut im Ahrtal

Insgesamt sollen nach Angaben der Gemeinde 25 Tiny Houses auf dem Gelände aufgestellt werden. Die Häuser sind knapp über 30 Quadratmeter groß und haben Platz für bis zu fünf Personen. Sie sind den Angaben zufolge komplett ausgestattet mit Geschirr, Bettwäsche, Fernsehen und Internet.

Es gibt zwei Schlafzimmer und eine schmale Küche, an der entlang es dann in den Wohn- und Essbereich geht. Dazu noch ein kleines Bad mit Dusche und eine kleine Abstellkammer, in der auch die Heizung untergebracht ist. Später sollen die Häuser auch noch eine kleine Terrasse bekommen, heißt es.

Tiny Houses in der Grafschaft. Die kleinen Häuser wurden für Opfer der Flutkatastrophe im Ahrtal aufgebaut. (Foto: SWR)
Insgesamt 25 Tiny Houses hat die Gemeinde Grafschaft für Betroffene der Flutkatastrophe bestellt. Bild in Detailansicht öffnen
Ein Haus kostet etwa 50.000 Euro, die von der HARIBO-Stiftung übernommen werden. Bild in Detailansicht öffnen
Die Häuser bieten Platz für bis zu fünf Personen und sind voll ausgestattet. Bild in Detailansicht öffnen
Neben einer kleinen Küche gibt es einen Wohn- und einen Schlafbereich. Bild in Detailansicht öffnen
Ab dem ersten Dezember sollen hier die ersten Bewohner einziehen können. Die Warteliste für die Tiny Houses war nach Angaben der Gemeinde Grafschaft sehr lang. Bild in Detailansicht öffnen
Erstmal zwei Jahre sollen die Tiny Houses stehen bleiben. Danach könnten sie möglicherweise als Ferienhäuser weiter genutzt werden. Bild in Detailansicht öffnen

Extra Gemeinschaftshaus geplant

Waschen können die neuen Bewohner der Tiny Houses den Angaben zufolge dann künftig in einem extra Gebäude. Auch ein Gemeinschaftshaus sei geplant, sagt der Bürgermeister der Gemeinde Grafschaft, Achim Juchem (CDU). "Damit man aus der Enge auch mal ein bisschen raus kommt." Dort könnten dann die Familien zusammenkommen oder auch die Kinder der neuen Siedlung zusammen spielen.

Große Nachfrage nach Tiny Houses in der Grafschaft

Die Nachfrage nach den Tiny Houses war sehr groß, sagt Juchem. Es gebe eine lange Liste mit Anfragen aus dem gesamten Flutgebiet entlang der Ahr. Die Gemeinde habe dann zuerst geschaut, dass Familien ein Tiny Haus bekommen und danach seien Paare an der Reihe.

Wer in einem Tiny House unterkommt, muss dafür den Angaben zufolge nichts bezahlen. Im Schnitt koste so ein Haus rund 50.000 Euro, die von der HARIBO-Stiftung übernommen würden. Die Tiny House-Siedlung soll laut Gemeinde erstmal zwei Jahre stehen bleiben. Was dann mit den Häuser geschieht, ist den Angaben zufolge noch nicht klar. Denkbar sei, sie als Ferienhäuser in der Region zu halten.

Mehr im SWR

Grafschaft-Gelsdorf

Nach der Flutkatastrophe Altenburger Schüler beziehen neue Schulcontainer

Weil ihre Altenburger Schule bei der Flutkatastrophe zerstört wurde, haben rund 200 Schüler am Montag Container in Grafschaft-Gelsdorf bezogen. Es ist bereits das zweite Provisorium, in dem sie unterrichtet werden.  mehr...

SWR Aktuell Rheinland-Pfalz SWR Fernsehen RP

Bad Neuenahr-Ahrweiler

Beheizte Zelte als zentrale Treffpunkte Bürger sollen in "Wintertreffs" zusammenkommen

Zehn "Wintertreffpunkte" sollen in der flutgeschädigten Kurstadt Bad Neuenahr-Ahrweiler auch im Winter die Bürger zusammenbringen.  mehr...

Rheinland-Pfalz

Die Lage im Flutgebiet Hochwasser-Live-Blog in RLP: Helfer machen Winterunterkünfte fertig

Die Aufräumarbeiten nach der Hochwasserkatastrophe Mitte Juli kommen voran. Bis zur Normalität ist es aber noch ein langer Weg. Unterdessen ist auch die politische Aufarbeitung im Gange. Hier die aktuelle Lage:  mehr...

STAND
AUTOR/IN