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Vier Männer waren von Langenbach aus mit einem Schlauchboot auf der Hochwasser führenden Nister gefahren und gekentert. Den anschließenden Rettungseinsatz sollen sie jetzt zahlen.

"Leichtfertig und gefährlich" sei die Aktion der vier jungen Männer gewesen, heißt es von den Bürgermeistern der beiden Verbandsgemeinden Hamm und Wissen. Beide bedankten sich bei den mehr als 50 Einsatzkräften, die in der Nacht von Freitag auf Samstag an der Rettungsaktion auf beiden Seiten der Nister - in Nisterbrück und Wissen - beteiligt waren.

Anwohner in Wissen hörte Hilfeschreie und rief Notruf

Von Langenbach in der Verbandsgemeinde Hamm hatten sich die vier Männer nach Angaben der Polizei am späten Freitagabend in ihrem Schlauchboot auf die Nister begeben. Eigentlich ein eher kleines Flüsschen, war diese nach tagelangem Dauerregen aber zu einem teilweise reißenden Strom angeschwollen. Kurz vor Mitternacht kenterten die vier den Angaben zufolge. Ein Anwohner in Wissen habe ihre Hilfeschreie gehört und den Notruf gewählt.

Aufwendige Rettung aus Üferböschung der Nister

Ein Großaufgebot von Feuerwehr und Polizei war nötig, um die Männer aus dem Fluss zu retten. Drei von ihnen hatten sich demnach an einer steilen Ufer-Böschung festgeklammert und mussten aufwändig mit Seilen und Leitern gerettet werden. Sie seien anschließend in ein Krankenhaus gebracht worden.

Bürgermeister: Kosten für Rettung in Rechnung stellen

Die Bürgermeister der beiden betroffenen Verbandsgemeinden zeigten sich verärgert über die Aktion. "Unsere Wehren und Rettungsorganisationen setzen immer ihre Hilfe und gegebenenfalls Leben für andere ein und stellen sich gefährlichen Situationen, aber das war unnötig."

Beide Bürgermeister kündigten an, den Männern die Kosten für den Einsatz in Rechnung zu stellen. Wie hoch diese seien, konnte die Verwaltung bisher noch nicht sagen, dafür müsse erstmal der Einsatzbericht vorliegen, heißt es. Strafrechtlich hat der Bootsausflug keine Konsequenzen. Nach eigenen Angaben ermittelt die Polizei nicht gegen die Männer.

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