Energiekrise: Zwei Saunas im Spa-Bereich der Römertherme in Bad Ems bleiben vorerst geschlossen. (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Thermalbäder befürchten Kostenexplosion

Teure Energie: Römer-Thermen in Bad Breisig öffnen weniger Saunen

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Auch Thermal- und Wellness-Bäder kämpfen mit den aktuell hohen Energiekosten. Die Römer-Thermen in Bad Breisig haben ihr Angebot deshalb bereits reduziert.

Im Sauna- und Spa-Bereich des Thermalbades in Bad Breisig sind zurzeit nur drei der fünf Saunen geöffnet. Die meisten Gäste zeigten dafür Verständnis, sagt der Geschäftsführer der städtischen Römer-Thermen, Bernd Schmitz. "Es gibt schon auch Leute, die sich beschweren, weil es ja nicht weniger kostet. Aber die Gäste wissen natürlich auch, was gerade passiert und poltern nicht immer gleich los."

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Energiesparen, ohne Bade- und Saunagäste zu verprellen

Neben dem eingeschränkten Saunabetrieb haben die Römer-Thermen auch die Beleuchtung reduziert und die Temperatur des Thermalwassers leicht von 34 auf 32 Grad abgesenkt.

"Das Wasser muss warm sein, sonst geht der Heileffekt verloren."

Keine einfachen Schritte für Bäder-Manager Schmitz: "Das ist schon ein Spagat. Das Wasser muss warm sein, sonst geht der Heileffekt verloren. Und die Leute erwarten das in einer Therme auch." Besonders für das Babyschwimmen und die Seniorenkurse sei das warme Wasser entscheidend.

Bislang keine Einschränkungen in Emser Therme

Andere Thermalbäder im nördlichen Rheinland-Pfalz wollen ihren Kunden dagegen erstmal keine großen Veränderungen zumuten. Andrea Meurer-Wiedmayer von der Emser Therme teilte auf SWR-Anfrage mit: "Wir wollen keine Einschränkungen. Die Gäste sollen sich bei uns wohlfühlen." Eine Reduzierung der Wasser- oder Raumtemperatur komme daher nicht infrage. Allerdings hat das Thermalbad in Bad Ems laut Management bereits im August seine Preise erhöht. Der Grund dafür seien die allgemeinen Kostensteigerungen bei Lebensmitteln und Personal gewesen.

Emser Therme: Energiezulage auf Eintrittspreis denkbar

Bis zum Ende des Jahres gebe es bestehende Gasverträge mit Preisbindung, sagt Andrea Meurer-Wiedmayer. "Falls die Kosten dann erheblich steigen, ist es denkbar, dass wir eine temporäre Energiezulage berechnen." Die Existenz des Thermalbades in Bad Ems sei aber sicher nicht bedroht. Dennoch würden gerade Konzepte erarbeitet, um mittelfristig unabhängiger von Gas zu werden.

Auch die Monte-Mare-Gruppe mit Sitz in Rengsdorf im Westerwald, die unter anderem Bäder und Saunen in Andernach und Kaiserslautern betreibt, teilte auf SWR-Anfrage mit, man sei fest entschlossen, die Gäste "keine Nachteile im Badeerlebnis spüren zu lassen."

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Römer-Thermen sollen energetisch saniert werden

Bernd Schmitz von den Römer-Thermen in Bad Breisig plant dagegen, den kommunalen Bäderbetrieb energetisch komplett neu aufzustellen. Der Stadtrat hat eine Sanierung für vier Millionen Euro genehmigt, die EU unterstützt den Umbau mit einer Million Euro. "Unser Bad war ja schon vor der Energiekrise defizitär. Wir müssen energetisch dringend was tun", so Schmitz.

"Wir müssen energetisch dringend was tun."

Bei der Modernisierung solle unter anderem eine Heizung eingebaut werden, die mit Geothermie arbeite - also das warme Thermalwasser aus 600 Meter Tiefe nutze. Schmitz geht davon aus, dass so 50 bis 60 Prozent der Energiekosten eingespart werden könnten. Außerdem sei geplant, Fenster zu dämmen und eine Photovoltaikanlagen aufs Dach zu bauen.

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