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Die Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland hat am Freitag den Haushalt für das Jahr 2021 verabschiedet. Auch er steht stark im Zeichen von Corona.

Demnach wird die zweitgrößte Landeskirche in Deutschland mit einem Etat von 532 Millionen Euro wirtschaften - das sind rund 100 Millionen Euro weniger als im Vorjahr. Hauptgrund ist, dass die Zahlungen in die Versorgungskasse für die pensionierten Pfarrer und Kirchenbeamten um 80 bis 85 Millionen Euro reduziert werden, weil bereits 70 Prozent der künftigen Pensionszahlungen zurückgelegt wurden.

Rücklagen gegen Millionendefizit

Der Gesamthaushalt für 2021 weist coronabedingt ein Defizit von knapp 7,5 Millionen Euro auf, das aus Rücklagen ausgeglichen werden soll. Knapp zwei Drittel der Ausgaben macht der Personalaufwand vor allem für die rund 1.700 Pfarrer aus. Die Kirchengemeinden entscheiden selbst über die Finanzen auf ihrer Ebene.

Bei den Kirchensteuereinnahmen für dieses Jahr rechnet die Landeskirche wegen der Corona-Pandemie mit einem Minus von fünf Prozent gegenüber dem Jahr 2019.

Thorsten Latzel als neuer Präses gewählt

Am Donnerstag hatte die evangelische Kirche im Rheinland eine neue Führung gewählt - den 50-jährigen Direktor der Evangelischen Akademie Frankfurt, Thorsten Latzel. Er wird am 20. März ins Amt eingeführt. Der amtierende rheinische Präses Manfred Rekowski (62) geht nach achtjähriger Amtszeit in den Ruhestand.

Thorsten Latzel ist der neue Präses der Evangelischen Kirche Rheinland (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Federico Gambarini)
Thorsten Latzel ist der neue Präses der Evangelischen Kirche Rheinland picture alliance/dpa | Federico Gambarini

Will bei Fragen der Zeit mitreden

Latzel setzte sich gleich im ersten Wahlgang klar gegen zwei Mitbewerber durch - den Theologie-Professor Reiner Knieling und die Superintendentin Almut van Niekerk. Der im hessischen Biedenkopf geborene Latzel studierte Theologie in Marburg und Heidelberg und war auch als Pfarrer tätig. Er leitete von 2005 bis 2012 das "Projektbüro Reformprozess" in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und bringt Leitungserfahrung auf Bundesebene in sein neues Amt mit.

"Mir ist es wichtig, dass wir als Kirche auf Augenhöhe bei den großen Fragen der Zeit mitreden können", sagte Latzel am Donnerstag. Auch in der Corona-Pandemie sollten "nicht nur Virologen, sondern auch Theologen" ihre Stimme erheben. Die Kirche müsse sich auch Verschwörungstheoretikern entgegenstellen.

Die rheinische Kirche hat zurzeit etwa 2,4 Millionen Mitglieder. Ihr Gebiet umfasst Teile der Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Hessen und Saarland. Wegen der Corona-Pandemie hatte das Kirchenparlament erstmals digital getagt.

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