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Im ländlichen Raum fehlt es fast überall an Hausärzten. Der Kreis Altenkirchen im Westerwald hat sich deshalb etwas einfallen lassen: Ein Stipendium für Medizinstudenten. 

Bislang hat der Kreis Altenkrichen zwei Stipendien an Medizinstudentinnen vergeben. Eine von ihnen ist Carla Kohlhas. Sie ist 22 Jahre jung und kommt gebürtig aus Gebhardshain im Kreis Altenkirchen. Sie ist zurzeit im achten Semester und studiert in Frankfurt am Main. Nach dem Studium möchte sie lieber auf dem Land arbeiten. "Ich habe schon einige Praktika hinter mir und somit den Vergleich zwischen Frankfurt und dem Kreis Altenkirchen. Da habe ich gemerkt, dass mir die Arbeit auf dem Land und in der Praxis Spaß macht."

Bis zu 900 Euro monatlich vom Kreis 

Mit dem Stipendium verpflichtet sich Carla Kohlhas nach dem Medizinstudium zehn Jahre lang im Kreis Altenkirchen als Hausärztin zu arbeiten. Dafür bekommt sie zunächst 700 Euro pro Monat vom Kreis. Sollte sie die Physikum-Prüfung bestehen, werden es 900 Euro pro Monat. Die monatliche Förderung des Kreises ist auf sechs Jahre begrenzt. Sie endet dann mit dem Bestehen des dritten Abschnitts der ärztlichen Prüfung. Ein ähnliches Stipendium wie das des Kreises Altenkirchen, wird auch vom Land angeboten.

Peter Enders, Landrat des Kreises Altenkirchen hat die medizinische Versorgung im Kreis besonders im Blick. Er ist selbst Mediziner. Auch deshalb hat er das Stipendium maßgeblich vorangebtrieben. "Hier geht’s darum junge Studenten zu unterstützen, die bereits einen Studienplatz haben. Mit einer Förderung, die nicht steuerpflichtig und auch nicht BAföG-schädlich ist. Auf jeden Fall werden wir das dem Kreistag im nächsten Jahr wieder vorschlagen, denn ich will das Stipendium gerne fortsetzen."

Vorteile als Landärztin

Carla Kohlhas ist schon jetzt überzeugt von der Arbeit auf dem Land. Ihrer Einschätzung nach ist der Kontakt zu den Patienten hier noch intensiver. Das wirke sich auch positiv auf die Behandlung und auf das Miteinander aus.  

Sie weiß aber auch aus Erfahrung, dass viele junge Mediziner nach dem Studium eher nicht aufs Land wollen. Dabei wüssten manche gar nicht, was sie dort erwartet. Sie empfiehlt daher: "Wenn man einfach mal ein Praktikum beim Hausarzt macht, dann lernt man zu schätzen, wie vielfältig es eigentlich ist."

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