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In Koblenz gelten seit Gründonnerstag strengere Corona-Regeln und eine Ausgangssperre. Weil der Inzidenzwert weiterhin über 100 liegt hat die Stadt die Maßnahmen verlängert.

Die neue Allgemeinverfügung soll nach Angaben der Stadt Koblenz ab Anfang dieser Woche gelten. Darin werde die schon seit Gründonnerstag bestehende Ausgangssperre verlängert. Sie gilt täglich von 22 Uhr bis 5 Uhr. Bereits ab 20 Uhr ist es verboten, sich längere Zeit etwa am Deutschen Eck, auf dem Bahnhofsplatz, den Plätzen in der Altstadt oder auf den Rheintreppen am Schloss aufzuhalten. Abweichend vom Kreis, wo die Ausgangssperre bereits um 21:00 Uhr beginnt, ist sie in der Stadt Koblenz also eine Stunde später.

Ausnahmen von der Ausgangssperre gelten für alle, die zur Arbeit müssen oder von dort kommen. Ebenso darf die Wohnung natürlich bei medizinischen Notfällen verlassen werden. Hundebesitzer dürfen nach 21 Uhr Gassi gehen. Die verschärften Corona-Regeln in Koblenz sollen laut Stadt bis zum 25. April gelten.

Auch Kreis Mayen-Koblenz verlängert die verschärften Regeln

Bereits am Donnerstag hatte der Kreis Mayen-Koblenz ebenfalls die nächtliche Ausgangssperre bis zum 25. April verlängert. Der Grund dafür sei der Sieben- Tages-Inzidenzwert, der immer noch über 100 liege. Die Ausgangssperre beginnt im Kreis bereits um 21 Uhr und endet um 5 Uhr morgens.

Neu ist, dass Angebote der Kinder- und Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit nur noch als Einzelangebote zulässig sind. Außerdem ist der außerschulische Musik- und Kunstunterricht in Gruppen untersagt. Auch für den Landkreis tritt die neue Allgemeinverfügung am kommenden Montag in Kraft.

Ausgangssperren überwiegend eingehalten

Über Ostern hätten sich die meisten Menschen auch an die nächtlichen Ausgangssperren in Koblenz gehalten, teilte die Stadt mit. Nur von Karsamstag auf Ostersonntag waren demnach vereinzelt Menschen unterwegs. Außerdem hätten sich Einzelne nicht an das sogenannte Verweilverbot gehalten, meistens weil sie nichts davon wussten.

Wir haben in Koblenz nachgefragt: Was halten Sie von der nächtlichen Ausgangssperre?

Shantia Mues in der Koblenzer Fußgängerzone (Foto: SWR)
Shantia Mues aus Koblenz: "Ich habe zwei kleine Kinder zu Hause, dementsprechend bin ich um die Zeit meistens eh zu Hause. Wenn ich mir die Straßen hier anschaue, fände ich es besser, wenn die Ausgangssperre tagsüber wäre und nicht abends.“ Bild in Detailansicht öffnen
Norbert Korduan aus Koblenz: „Also mich betrifft die Ausgangssperre eigentlich nicht, da ich um diese Zeit nicht mehr rausgehe. Ich hätte die Ausganssperren schon viel eher angeordnet. Das wäre wahrscheinlich für den Verlauf der Pandemie besser gewesen.“ Tamara Korduan: „Wenn man tagsüber am Rhein entlang geht und sieht, was da an Rückständen vom nächtlichen Gelage der Jugend ist, ist es eigentlich okay so.“ Bild in Detailansicht öffnen
Jana Gardiner aus Mülheim-Kärlich: "Ich finde es relativ unnötig. Corona steht ja nicht erst auf, wenn es Abend ist. Man will ja abends rausgehen mit den Freunden - tagsüber muss man ja arbeiten." Bild in Detailansicht öffnen
Willi Schmidt aus Koblenz: "Jetzt, wo es wieder wärmer wird, ist es schade, sich nach 22 Uhr nicht nochmal mit jemandem zum Spazieren treffen zu können. Wenn es gegen Sommer geht, muss man nochmal gucken, aber wenn es kalt bleibt, ist es ja nicht so schlimm." Bild in Detailansicht öffnen
Linda Müller aus Kördorf: "Mich stört das nicht wirklich, ich bin nicht so der Partygänger. Ich bleibe zu Hause mit meiner Familie und meinem Hund. Man muss sich daran halten, also ist es eigentlich egal, ob man sich aufregt oder nicht.“ Bild in Detailansicht öffnen

Außengastronomie musste schließen

Auch die Außengastronomie im Kreis und in der Stadt Koblenz bleibt wegen der Infektionszahlen geschlossen. Restaurants dürfen aber nach vorheriger Bestellung Abhol-, Liefer- und Bringdienste anbieten. Museen, Ausstellungen, Galerien, Gedenkstätten und ähnliche Einrichtungen bleiben ebenfalls geschlossen.

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Generell gilt: Im öffentlichen Raum dürfen sich nur noch Personen aus dem eigenen Haushalt treffen bzw. mit einer Person aus einem weiteren Haushalt. Kinder bis einschl. 6 Jahre werden nicht dazu gezählt.

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