Die Schulinsel Nonnenwerth im Rhein bei Remagen (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Hausdurchsuchungen wegen Betrugsverdacht

Gymnasium Nonnenwerth: Staatsanwaltschaft ermittelt

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Die angekündigte Schließung der Schule auf der Rheininsel Nonnenwerth erhitzt schon lange die Gemüter. Nun schaltet sich auch die Staatsanwaltschaft ein. Der Käufer des Eilands steht unter Betrugsverdacht. Er weist ihn zurück.

Im Zusammenhang mit der angekündigten Schließung der fast 170 Jahre alten Privatschule auf der Rheininsel Nonnenwerth bei Remagen zum Sommer 2022 hat es eine Razzia gegeben. Die Staatsanwaltschaft Koblenz leitete nach eigenen Angaben Ermittlungen wegen des Anfangsverdachts des Betruges ein. Vier Beamte der Anklagebehörde und rund 40 Polizisten durchsuchten am Mittwoch 13 Objekte im nördlichen Rheinland-Pfalz und in Nordrhein-Westfalen.

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Wurden Franziskanerinnen getäuscht?

Die Schule liegt dicht an der Grenze beider Bundesländer. Ursache waren Strafanzeigen des Vereins "Schulwerk des Gymnasiums Nonnenwerth" sowie eines Schülervaters. Demnach soll der Käufer von Insel und Schule, Peter Soliman, insgeheim von Anfang an geplant haben, den Schulbetrieb nicht fortzuführen.

Hierüber seien die Anfang 2020 verkaufenden Franziskanerinnen aber angeblich zunächst getäuscht worden, die daher einen niedrigeren als den sonst erreichbaren Kaufpreis vereinbart hätten. Der Vorsitzende des Elternbeirats, Olaf Schmitz, sagte, es seien 12,5 Millionen Euro gezahlt worden.

"Die Vorwürfe sind aus meiner Sicht nicht nur grundlegend falsch, sondern ehrabschneidend."

Soliman: "Vorwürfe entbehren jeder Grundlage"

Soliman wies alle Beschuldigungen in einer Mitteilung seines Sprechers zurück: Die Vorwürfe "entbehren jeder Grundlage". Die Informationen der Strafanzeigen "sind aus meiner Sicht nicht nur grundlegend falsch, sondern ehrabschneidend". Den Stopp des Schulbetriebs habe er erst nach Bekanntwerden sehr teurer Brandschutz-Mängel in dem riesigen historischen Gebäude im Frühling 2021 beschlossen.

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Erste Erkenntnisse: Keine rechtsverbindliche Zusage

Laut den Strafanzeigen soll Soliman Eltern der Schüler später auch mit der Zusage der Schulfortführung zu Spenden im insgesamt oberen sechsstelligen Bereich bewogen haben, wie die Staatsanwaltschaft weiter berichtete.

Zur Verwendung der Spenden habe er trotz Aufforderung keine Rechnung vorgelegt. Die Staatsanwaltschaft teilte aber auch mit: "Erste Erkenntnisse deuten allerdings darauf hin, dass es keine rechtsverbindliche Zusage einer Fortführung der Schule gegenüber den Veräußerinnen gegeben hat."

Auch Gymnasium und Räume der Franziskanerinnen durchsucht

Auch Soliman betonte, es gebe "keine vertragliche Fortführungsverpflichtung". Auch habe er sich nicht an Spenden bereichert. Mit der Staatsanwaltschaft habe er voll kooperiert. Die Anklagebehörde bejahte gleichwohl nach eigenen Angaben auf Basis der beiden Strafanzeigen "den Anfangsverdacht des Betruges in einem besonders schweren Fall in zwei Fällen".

Laut dem Elternbeiratsvorsitzenden Schmitz gehörten zu den durchsuchten Objekten unter anderem die Inselschule, Räume der Franziskanerinnen sowie in Nordrhein-Westfalen Objekte und Wohnräume von Soliman. Die Beamten stellten zahlreiche Unterlagen sicher.

Viel Widerstand gegen geplante Schulschließung

Um die Zukunft des Gymnasiums Nonnenwerth hatte es schon viel Wirbel bis hin zu Demos mit Hunderten Schülern gegeben. Auch der rheinland-pfälzische Landtag in Mainz befasste sich damit. In einem Exposé eines Immobilienmaklers waren in dem Schulgebäude auf der Insel sogar schon Luxuswohnungen in Aussicht gestellt worden.

Später sprach der Makler von einem Missverständnis. Nach Angaben von Schmitz ist die Schülerzahl des traditionsreichen Gymnasiums mittlerweile von rund 620 auf 470 gesunken. Den angestellten Lehrern sei gekündigt worden, die verbeamteten Pädagogen würden versetzt.

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