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Retten, Löschen, Bergen - die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr in St. Goarshausen sind rund um die Uhr einsatzbereit. Doch das marode Gerätehaus behindert sie bei ihrer Arbeit.

Die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr monieren, dass ihr Gerätehaus in den 1940er Jahren gebaut wurde und längst nicht mehr heutigen Standards entspreche. Jetzt haben sie sich in einem offenen Brief an die Stadt St. Goarshausen sowie an die Vertreter der Verbandsgemeinde und des Landes gewandt und in aller Deutlichkeit die maroden Zustände geschildert, die sie bei ihrer Arbeit behindern.

Kritik der Feuerwehrleute an ihren Einsatzbedingungen Fotos aus dem Feuerwehrgerätehaus in St. Goarshausen

Zwei Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr stehen dicht nebeneinander im maroden Gerätehaus in St. Goarshausen. (Foto: SWR)
Der Platzmangel ist in St. Goarshausen ein großer Kritikpunkt der Freiwilligen Feuerwehr. Bild in Detailansicht öffnen
Nur ein paar Zentimeter bis zur Wand - hier kann im Notfall keiner schnell einsteigen. Bild in Detailansicht öffnen
Das Feuerwehrgerätehaus in St. Goarshausen stammt aus den 1940er Jahren. Bild in Detailansicht öffnen
Bislang vorgesehener Standort für das neue Feuerwehrgerätehaus in der Forstbachstraße, der nach dem Veto des Landesrechungshofes nicht genutzt werden darf. (Archivbild) Mike Weiland/ SPD-Fraktion im Verbandsgemeinderat Loreley Bild in Detailansicht öffnen
Die Wände im Feuerwehrgerätehaus in St. Goarshausen sind teilsweise verschimmelt. In der blauen Rinne werden die Schläuche nach dem Einsatz getrocknet. Bild in Detailansicht öffnen
Mit dieser uralten Konstruktion werden die Schläuche in dem Schacht in die Höhe gezogen, damit sie nach dem Einsatz schon mal trocknen können. Bild in Detailansicht öffnen
An der Treppe sind bei einigen Stufen kleine Stücke abgebrochen. Bild in Detailansicht öffnen

Wehrführer Dirk Jacoby etwa ist stinksauer. Wenn er mit seinen Kameraden zu einem Einsatz ausrücken will, muss er erst einmal das schwere Löschfahrzeug aus der sehr engen und niedrigen Garage herausfahren. Nur dann können die Feuerwehrleute überhaupt die Türen öffnen und einsteigen. Das alles kostet natürlich wertvolle Zeit, vor allem im Notfall, wenn es brenzlig ist.

"Für mich ist es manchmal schon schwierig, auf den Fahrersitz zu kommen."

Dirk Jacoby, Wehrführer bei der Freiwilligen Feuerwehr in St. Goarshausen

Kritik an unhaltbaren Zuständen

Doch auch die Räume für die Feuerwehrleute in St. Goarshausen sind eng und marode. Beim Rauslaufen im Treppenhaus kommen sich Kameradinnen und Kameraden in die Quere, so Dirk Jacoby. In den kleinen Umkleideräumen gehe es drunter und drüber. Getrennte Sanitärräume für Männer und Frauen gebe es nicht, auch Duschen fehlten. "Wir gehen nach jedem Einsatz verschmutzt nach Hause."

39 Männer und Frauen teilen sich diese enge Umkleidekabine. (Foto: SWR)
39 Männer und Frauen teilen sich diese enge Umkleidekabine.

Wann kommt der Neubau?

Wehrführer Dirk Jacoby kämpft deshalb schon lange mit seiner Mannschaft darum, dass endlich ein neues Feuerwehrgerätehaus in St. Goarshausen gebaut wird. Ein Grundstück hatte Verbandsbürgermeister Werner Groß (CDU) auch schon gekauft. Aber der Landesrechnungshof legte sein Veto ein mit dem Argument, das Grundstück sei zu teuer gewesen und der Kauf müsse rückgängig gemacht werden. Die Gemeinde solle einen preiswerteren Bauplatz auf der grünen Wiese finden.

Bislang vorgesehener Standort für das neue Feuerwehrgerätehaus in der Forstbachstraße, der nach dem Veto des Landesrechungshofes nicht genutzt werden darf.  (Foto: Mike Weiland/ SPD-Fraktion im Verbandsgemeinderat Loreley)
Bislang vorgesehener Standort für das neue Feuerwehrgerätehaus in der Forstbachstraße, der nach dem Veto des Landesrechungshofes nicht genutzt werden darf. (Archivbild) Mike Weiland/ SPD-Fraktion im Verbandsgemeinderat Loreley

Bringt Gespräch mit allen Beteiligten eine Lösung?

Die gebe es am Mittelrhein aber nicht, sagt Verbandsbürgermeister Groß. In der kommenden Woche hat er nach eigenen Angaben alle Beteiligten zu einem Gespräch gebeten, um gemeinsam eine Lösung für das Problem zu finden. Der rheinland-pfälzische Innenminister Lewentz (SPD) hat der Verbandsgemeinde St. Goarshausen bereits Unterstützung zugesagt. jetzt hoffen die Feuerwehrleute in St. Goarshausen, dass sich endlich etwas tut.

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