Zu den Betrieben des Klosters Maria Laach gehört auch eine Gärtnerei. (Foto: SWR)

Mönche haben Leitung der Klosterbetriebe abgegeben

Tausendjährige Tradition: So rüstet sich das Kloster Maria Laach für die Zukunft

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Im Kloster Maria Laach leben immer weniger Mönche. Deshalb haben sie die Leitung der 14 Wirtschaftsbetriebe des Klosters erstmals an einen weltlichen Manager abgegeben.

In den vergangenen Jahren hat die Zahl der Mönche im Kloster Maria Laach stetig abgenommen. Noch etwa 30 Geistliche leben auf dem Gelände der Benediktinerabtei. Viele von ihnen sind schon im Rentenalter. Deshalb haben die Mönche Anfang des Jahres die geschäftliche Verantwortung für die Klosterbetriebe - wie das Seehotel, die Klostergaststätte, die Gärtnerei, die Keramikmanufaktur und die Schmiede - abgegeben. Nun leitet der weltliche Manager, Philipp Lohse, die Geschäfte des Klosters.

Neue Gaststätte und modernes Seehotel beim Kloster Maria Laach

Der Westerwälder ist verantwortlich für den wirtschaftlichen Erfolg der Klosterbetriebe mit rund 250 Mitarbeitern. Die Abtei Maria Laach erhält nach eigenen Angaben keine direkten Mittel aus Kirchensteuern und ist deshalb auf die Gewinne der Klosterbetriebe Maria Laach GmbH & Co. KG besonders angewiesen.

Besonders erfolgreich sind zurzeit zwei Betriebe: die Gaststätte und das Hotel. Die neue Klostergaststätte hat erst wenige Monate geöffnet. In zwei Jahren entstand das Gebäude mitten in der Klosteranlage. An manchen Wochenenden reichen die rund 300 Sitzplätze für den Ansturm der Besucher nicht mehr aus.

Das Seehotel wurde in den vergangenen Jahren entkernt und modernisiert. Rund zehn Millionen Euro haben die Um- und Neubauten nach Angaben des Klosters gekostet. Seit der Renovierung würden auch immer mehr jüngere Gäste kommen, sagt Geschäftsführer Lohse. Die neuen Einnahmen seien entscheidend, um die Zukunft der Abtei Maria Laach zu sichern.

Laufende Kosten für das Kloster: etwa zwei Millionen Euro

Mehr als zehn Millionen Euro Umsatz machen alle Klosterbetriebe geschätzt im Jahr. Geld, das teilweise direkt wieder ins Kloster investiert werden muss, sagt Lohse: "Man kann rechnen, dass man ungefähr zwei Millionen Euro im Jahr für den laufenden Betrieb dieser Klosteranlage benötigt. Das beinhaltet aber noch nicht große Investitionen in Erhaltungsmaßnahmen, wie ein Kirchendach."

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Aus Sicht des Geschäftsführer ist es besonders wichtig, dass die Mönche auch künftig in den Klosterbetrieben mitarbeiten. Nur so könne auch der wirtschaftliche Erfolg des Klosters gesichert werden: "Die Besucher kommen auch wegen der authentischen Klosterprodukte, die hier teilweise schon seit Jahrzehnten produziert werden", sagt Lohse. Jedes Jahr kommen Neue hinzu: Jetzt zum Beispiel ein Kloster-Gin aus den klostereigenen Äpfeln, versehen mit Weihrauch und Nüssen.

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