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Die Stadt Simmern trotzt der Corona-Pandemie: Statt ihre Filmfestspiele abzusagen, hat sie ein Autokino aufgebaut - neben dem Rathaus werden vier Wochen lang Heimat-Filme gezeigt.

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Am Sonntag ging es los, bis Anfang September dreht sich dann in Simmern alles um Heimatfilme: 39 Filme und 21 Konzerte sind nach Angaben der Organisatoren bei den Filmfestspielen "Heimat Europa" geplant. Zur Eröffnung am 9. August war auch Schirmherr Edgar Reitz da.

Die Filme bei dem Festival werden auf dem Platz vor dem Rathaus in Simmern gezeigt - wegen der Corona-Krise als Autokino auf einer 16 Meter breiten und acht Meter hohen Leinwand. Es gebe Platz für rund 200 Wagen, sagt Wolfgang Stemann vom Pro-Winzkino e.V., der die Festspiele zusammen mit der Stadt ausrichtet. Bei gutem Wetter gibt es 350 Sitzplätze an der frischen Luft.

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Schwerpunkt auf Auto-Film-Klassikern und Urlaubs-Feeling

Inhaltlich liegt der Schwerpunkt in diesem Jahr auf der Reihe "Oorlab dehääm - mit dem Kino um die Welt". Es werden Kinofilme gezeigt, die ein besonderes Urlaubs-Feeling für zu Hause gebliebene Gäste erzeugen sollen. In einer weiteren Reihe werden Film-Klassiker gezeigt, in denen Autos eine wichtige Rolle spielen, etwa "Manta, Manta".

Ausweichspielstätte für andere Kulturschaffende

Darüber hinaus geben die Organisatoren auch anderen Kulturschaffenden aus dem Hunsrück eine Ausweichspielstätte, weil deren Veranstaltungen wegen der Corona-Pandemie ausfallen müssen, etwa das Lott-Musikfestival. Unter dem Motto "Simmern welcomes die Lott" treten zwei Bands im Autokino auf, danach werden zwei Filme gezeigt. Wer im Bulli oder Wohnmobil anreist und sich beide Filme ansieht, darf danach vor dem Autokino übernachten.

Im Film "Manta, Manta" aus dem Jahr 1991 spielte Til Schweiger den jungen Bertie, der mit seinem tiefergelegten Auto seine Freundin Uschi, gespielt von Tina Ruland, beeindruckte. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/United Archives)
Im Film "Manta, Manta" aus dem Jahr 1991 spielte Til Schweiger den jungen Bertie, der mit seinem tiefergelegten Auto seine Freundin Uschi, gespielt von Tina Ruland, beeindruckte. (Archivfoto) picture alliance/United Archives

Schirmherr ist der Heimat-Regisseur Edgar Reitz

Außerdem wird im Rahmen des Filmfestivals erstmals ein Preis für den besten modernen Heimatfilm verliehen: Am 5. September vergibt die Schauspielerin Katja Rieman den mit 1.500 Euro dotierten "Edgar" an den Regisseur oder die Regisseurin des Siegerfilms.

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Schirmherr ist der Regisseur Edgar Reitz, der als Jugendlicher in Simmern ins Gymnasium ging und mit seinen Filmreihen "Heimat" und "Die andere Heimat" den Hunsrück auf der ganzen Welt bekannt gemacht hat. Edgar Reitz (87) hat noch heute enge Verbindungen zu seiner Heimat: In seiner Geburtsstadt Morbach werden im "Kino Heimat" viele seiner Filme gezeigt. Das Filmfestival in Simmern würdigt ihn mit einer Hommage-Reihe mit vier Filmen von und über ihn.

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