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Ein Auto ausleihen, umweltfreundlich und für umsonst? Das ist im Hunsrück möglich. Dort können die Bürger acht E-Dorfautos kostenlos ausleihen - und das kommt gut an.

In den ersten elf Monaten seit Beginn des Pilot-Projektes im Dezember 2019 sind die Bürger im Hunsrück mit den E-Dorfautos schon mehr als 170.000 Kilometer gefahren, so der Kreis. Das sei deutlich mehr als erwartet. Das Car-Sharing-Angebot soll den Busverkehr im Hunsrück ergänzen, und es soll eine Möglichkeit sein für Menschen ohne eigenes Auto - etwa für Einkaufsfahrten in den nächsten Supermarkt, den Transport von sperrigen Gegenständen oder einen Ausflug mit mehreren Freunden.

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Von einem Ort in den nächsten

Die E-Dorfautos stehen jeweils zwölf Monate lang in einer Ortsgemeinde an einer Ladesäule. Im ersten Jahr etwa in Beltheim, Schnorbach oder Langscheid. Auch in der Stadt Boppard gibt es eines. Den Strom bekommen sie von Photovoltaikanlagen auf den Gemeindedächern. Danach kommen die Fahrzeuge ins nächste Dorf. Gerade wird die Übergabe vorbereitet.

"Das Projekt kostet pro Auto 7.000 Euro. Der Kreis hat das gerne gezahlt und auch das Geld dafür."

Marlon Bröhr (CDU), Landrat des Rhein-Hunsrück-Kreises

Am Ende des dreijährigen Pilot-Projektes sollen die Bürger in 24 Gemeinden mit den kostenlosen E-Dorfautos gefahren sein. Der Rhein-Hunsrück-Kreis hat sie geleast und den Verbandsgemeinden und der Stadt Boppard zur Verfügung gestellt. Ziel ist, dass sich die Hunsrücker daran gewöhnen, Autos miteinander zu teilen und so weniger klima-schädliches CO2 zu produzieren. Nach den positiven Erfahrungen gebe es in einigen Orten Überlegungen, wie man das Projekt mit den E-Dorfautos eigenständig weiterlaufen lassen könne, heißt es vom Kreis.

Rhein-Hunsrück-Kreis ist Vorreiter im Klimaschutz

Das Projekt ist auch ein weiterer Baustein für die Klimaschutz-Aktivitäten des Rhein-Hunsrück-Kreises. Nach Angaben des Mainzer Umweltministeriums ist er der erste Landkreis in ganz Deutschland, der mit Sonnen- und Windkraft und aus Biomasse drei Mal mehr Strom produziert, als die Menschen vor Ort verbrauchen.

Das alles rechne sich, heißt es vom Ministerium: Aus den Pachverträgen, Steuern von Windradbetreibern und Einspeisevergütungen für die Bürger fließe viel Geld in den Hunsrück. Der Kreis habe deshalb wenig Schulden im Vergleich zu anderen Landkreisen.

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