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Im Januar 2018 wurde eine Shishabar in der Koblenzer Altstadt überfallen. Der mutmaßliche Chef einer rockerähnlichen Gruppe hat jetzt vor dem Koblenzer Landgericht gestanden, den Angriff befohlen zu haben.

Dem 29-Jährigen wird laut Staatsanwaltschaft Koblenz vorgeworfen, den Überfall auf die Shishabar Ende Dezember 2017 angeordnet zu haben. Er soll damals "Präsident" einer rockerähnlichen Gruppierung gewesen sein. Bei dem Prozessauftakt am Dienstagmorgen vor dem Landgericht Koblenz hat der Angeklagte alle Vorwürfe gestanden.

Überfall auf Shishabar in Koblenz war offenbar Racheakt

Im Januar 2018 waren laut Anklage mehrere junge Männer mit Eisenstangen und Baseballschlägern bewaffnet in die Bar eingedrungen. Ein Mann wurde dabei demnach mit einem Messer schwer verletzt. Die Männer hätten Gäste und Mitarbeiter in "Angst und Schrecken versetzt", sagte der Richter im anschließenden Prozess vor dem Landgericht im Juli 2019.

Grund für den Überfall war offenbar Rache: Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll der Betreiber der Shishabar zuvor an einem Angriff auf ein Mitglied der Gruppe des Angeklagten beteiligt gewesen sein. Laut Oberstaatsanwalt Thorsten Kahl ging es bei dem Konflikt nicht unbedingt um eine Rivalität zwischen verschiedenen Gruppierungen, sondern um familiäre Streitigkeiten - das Mitglied, das im Vorfeld angegriffen wurde, soll ein Cousin des Angeklagten sein.

Die Angeklagten im Prozess um den Überfall auf eine Koblenzer Shisha-Bar stehen im Gerichtssaal vor der Urteilsverkündung (Foto: SWR)
In einem ersten Prozess 2019 war bereits ein Großteil der an dem Überfall Beteiligten verurteilt worden.

Chef der Rockergruppe war untergetaucht

Beim ersten Prozess zu dem Überfall im Juli 2019 wurden acht der elf Angeklagten verurteilt und bekamen überwiegend Jugendstrafen. Zwei Angeklagte wurden teilweise, ein Angeklagter ganz freigesprochen. Der 29-Jährige, der jetzt vor Gericht steht, hat damals nicht auf der Anklagebank gesessen: Nach Angaben des Oberstaatsanwalts hatte er sich zunächst nach Bosnien abgesetzt, wurde dort festgenommen und Anfang dieses Jahres nach Deutschland gebracht. Seitdem sitze er in Untersuchungshaft.

Staatsanwaltschaft Koblenz wirft ihm auch räuberische Erpressung vor

Auch den Vorwurf der räuberischen Erpressung hat der Angeklagte eingeräumt. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 29-Jährigen vor, dass er im Zeitraum von November 2017 bis Februar 2018 einen Mann mehrfach bedroht habe, der ihm Geld aus Drogengeschäften in Höhe von 5.000 Euro schuldete. Laut Staatsanwaltschaft soll der Angeklagte "horrende Zinsen in Höhe von 1.000 Euro auf die letztlich in Raten beglichenen Schulden erpresst haben".

Der Prozess soll am 13. Juli fortgesetzt werden. Dann ist nach Angaben des Oberstaatsanwalts auch mit einem Urteil zu rechnen. Bei dem Termin solle unter anderem Filmmaterial von dem Überfall auf die Shisha-Bar Anfang Januar 2018 gezeigt werden.

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