STAND

Es sind schlimme Vorwürfe, die derzeit gegen einen Lehrer am Koblenz Kolleg erhoben werden. Mindestens zehn ehemalige und aktuelle Schülerinnen haben sich beim Bildungsministerium wegen sexistischer Äußerungen des Mannes beschwert.

Der Lehrer soll sich seit Jahren unangemessen gegenüber Schülerinnen geäußert haben. Zum Beispiel soll er Schülerinnen mit "Baby" angesprochen oder deren Oberweite kommentiert haben. Das sagte eine ehemalige Schülerin dem SWR. Zuerst hatte die Rhein-Zeitung darüber berichtet. Die Situation sei für sie so belastend gewesen, dass sie gar nicht mehr in die Schule gehen wollte. Auch jetzt gibt es immer noch Beschwerden.

Schülersprecherin Ruby Nilges hat deshalb mit einer ehemaligen Kollegiaten, Daniela Wotsch, Zeugenaussagen von etwas mehr als 40 Schülerinnen über den Lehrer gesammelt und an das Bildungsministerium geschickt. Wie die Schulbehörde ADD dem SWR mitteilte, sind von den gut 40 Schülerinnen mindestens zehn selbst von Aussagen des Lehrers betroffen. Die ADD hat inzwischen ein Disziplinarverfahren gegen den Lehrer in Gang gesetzt.

Beschwerden schon vor Jahren

Daniela Wotsch hatte sich nach eigener Aussage schon vor sechs Jahren bei der ADD gemeldet, ohne dass diese reagiert hätte. Vor einigen Jahren habe es außerdem schon Gespräche mit dem Lehrer, Schülervertretern und der damaligen Schulleitung gegeben, erzählt Daniela Wotsch. Sie sei selbst dabei gewesen.

Damals habe der Lehrer erklärt, dass er es nicht so meine, wie er es sage und dass er sich ändern wolle. Der beschuldigte Lehrer hat bislang nicht auf eine SWR-Anfrage reagiert. Am 3. September sollen die Vorwürfe auch im Bildungsausschuss des Landtages besprochen werden.

STAND
AUTOR/IN