Mehrere Menschen sitzen in der Pfarreiengemeinschaft Plaidt und hören bei einer Diskussionsrunde zu (Foto: SWR)

Bistum Trier ordnet für jede Gemeinde ein eigenes Konzept an

Kath. Kirche Plaidt: Schutzkonzept soll Kinder vor sexualisierter Gewalt schützen

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Seit vielen Jahren wird über das Thema sexueller Missbrauch in der katholischen Kirche diskutiert. Um Kinder und Jugendliche besser zu schützen, soll jede Gemeinde im Bistum Trier ein eigenes Schutzkonzept erstellen.

Die Pfarreiengemeinschaft Plaidt hat am Dienstagabend einen Entwurf ihres Schutzkonzeptes gegen sexualisierte Gewalt vorgestellt. Nach eigenen Angaben arbeitet die Gemeinde in einer Arbeitsgruppe seit etwa einem Jahr daran. Alle zwei bis drei Wochen habe sich die Gruppe getroffen und auch Hilfe von außen in Anspruch genommen - etwa durch die Polizei oder das Kreisjugendamt, sagt Thorsten Zimmer, Mitglied des Pfarrgemeinderats in Saffig.

Pfarreiengemeinschaft Plaidt: Rund 30-seitiges Schutzkonzept

"Wir haben uns sehr konkrete Fragen vorgenommen, wie zum Beispiel: Dürfen Küster dabei sein, wenn Messdiener nach dem Gottesdienst ihre Roben ausziehen", sagt Zimmer. Dabei sei auch darüber diskutiert worden, ob der Kommunionsunterricht in privaten Räumen stattfinden dürfe oder ob erwachsene Kirchenmitarbeiter eine WhatsApp-Gruppe mit Kindern und Jugendlichen unterhalten dürfen.

Daraus sei ein fast 30-seitiges Konzept entstanden. Es enthält konkrete Verhaltensregeln. So solle stets darauf geachtet werden, die Privats- und Intimsphäre der Kinder und Jugendlichen zu wahren. Zum Beispiel sollten sich Messdiener besser gegenseitig beim Umziehen helfen - ohne dass Erwachsene dabei sind. Weiter heißt es in dem Konzept, in der Regel sollen Vorhänge und Türen geöffnet bleiben, sodass alle Bereiche der Sakristeien und Pfarreien gut einsehbar sind. Zudem sollen ehrenamtliche Mitarbeiter ein erweitertes Führungszeugnis abgeben.

Konzept gegen sexualisierte Gewalt soll bald veröffentlicht werden

Das Schutzkonzept in Plaidt soll von allen Jugendlichen und Erwachsenen, die in der Pfarrei mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, unterzeichnet werden. Gebe es einen Anlass zu einer Beschwerde oder den Verdacht eines grenzüberschreitenden Verhaltens oder sexualisierter Gewalt, soll in der Pfarrei ein Ansprechpartner zur Verfügung stehen.

Dieser muss nach Angaben der Gemeinde noch benannt werden. Das Schutzkonzept sei bereits durch das Bistum Trier geprüft worden. Nun sollen kleine Änderungen angepasst werden. Abschließend müssten die Pfarrgemeinderäte über das Schutzkonzept abstimmen.

Bistum Trier: Jede Gemeinde soll ihr eigenes Konzept erstellen

Das Bistum Trier möchte durch die Erstellung dieser Schutzkonzepte alle Gemeinden miteinbeziehen. Daher soll jede Gemeinde ihr eigenes Konzept erstellen. Das Bistum Trier gibt nach eigenen Angaben aber Hilfestellung und hat unter anderem an den örtlichen Lebensberatungsstellen Fachberater ausgebildet, die bei der Erstellung des Konzeptes helfen sollen.

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