Südlich von Koblenz musste ein IC der Deutschen Bahn evakuiert werden. Inzwischen sind die Gleise wieder frei. (Foto: SWR, Bruno Nonninger)

400 Passagiere betroffen

IC der Deutschen Bahn bei Rhens evakuiert

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Südlich von Koblenz auf der linken Rheinstrecke ist am Mittwochnachmittag ein Intercity (IC) der Deutschen Bahn mit rund 400 Personen evakuiert worden. Ein Gleis Richtung Norden war für mehrere Stunden gesperrt.

Der Zugführer des Intercity habe am Mittwochnachmittag bei Rhens (Kreis Mayen-Koblenz) gegen 14:30 Uhr spielende Kinder im Gleisbett gesehen und eine Schnellbremsung eingeleitet, sagte eine Sprecherin der Bundespolizei dem SWR. Es sei niemand verletzt worden. Durch die Bremsung sei der Zug aber offenbar beschädigt worden und habe nicht weiterfahren können. Der IC sei demnach mit über 400 Reisenden von Stuttgart nach Hamburg unterwegs gewesen.

400 Reisende mussten evakuiert werden

Ein Sprecher der Rhenser Feuerwehr sagte dem SWR, sie sei am frühen Nachmittag alarmiert worden, weil Betriebsstoffe aus dem Zug auslaufen würden. Vor Ort hätten die Einsatzkräfte dann festgestellt, dass eine Flüssigkeit über eine lange Strecke ins Gleisbett gelaufen sei. Möglicherweise habe es sich um Hydrauliköl gehandelt, so die erste Vermutung. Auch habe die Klimaanlage des IC nicht mehr funktioniert.

Nach der Schnellbremsung ist Flüssigkeit ins Gleisbett gelaufen. (Foto: SWR, Bruno Nonninger)
Nach der Schnellbremsung war Flüssigkeit ins Gleisbett gelaufen. Bruno Nonninger


Die etwa 400 Reisenden seien erst rund zwei Stunden später über Trittleitern aus dem Zug evakuiert und auf dem angrenzenden Gelände eines Mineralbrunnens von diesem mit Getränken versorgt worden. In einem Zelt hätten sie sich dort zudem im Schatten abkühlen können. Mehrere Einsatzkräfte verschiedener Wehren und Sanitätsdienste hätten bei der Evakuierung geholfen, die nach Bahn-Angaben bis 17:25 Uhr andauerte. Nach SWR-Recherchen seien auch ein Rollstuhl und 13 Fahrräder aus dem Zug geholt worden.

Weiterreise mit Bus und Ersatz-Zug


Busse hätten die Reisenden später zu umliegenden Bahnhöfen wie Rhens, Boppard und Koblenz gebracht. Viele Menschen seien zur Weiterreise zuvor aber auch zu Fuß etwa einen Kilometer zum Bahnhof in Rhens gegangen. Dort, wie auch am Bahnhof in Boppard, hatten sich nach Angaben der Feuerwehr große Menschenmengen gebildet, die auf die Weiterfahrt warteten. Ein Ersatz-Zug habe die Menschen später in Boppard, Rhens und Koblenz aufgenommen. Zahlreiche Menschen hätten berichtet, dass sie ihre Anschlusszüge nach Norden verpasst hätten.

Zugstrecke mehrere Stunden gesperrt

Die Strecke war nach Angaben der Bahn erst gegen 20:20 Uhr wieder zweigleisig befahrbar. Zuvor waren die Züge in beide Richtungen über mehrere Stunden eingleisig über das sonst nach Süden führende Gleis umgelenkt worden. Aus Frankfurt seien Dieselloks gekommen und hätten den defekten Intercity in eine Bahn-Werkstatt abgeschleppt. Rund um Koblenz kam es bis zum Mittwochabend noch zu Verspätungen und Zugausfällen.

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