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Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) hat die Pläne der Koblenzer "Rhein-Zeitung" kritisiert, ihre Lokalredaktionen zu schließen: Eine solche Entwicklung sei bisher einzigartig in der deutschen Medienlandschaft.

Die lokale Berichterstattung werde darunter enorm leiden, erklärte der DJV am Montag. Der publizistische Auftrag der "Rhein-Zeitung" falle Einsparungen im Verlag zum Opfer. In Zeiten von "Fake News" sei das keine gute Entwicklung.

Die "Rhein-Zeitung" hatte zuvor in einer Mitteilung an die Mitarbeiter angekündigt, dass es Lokalredaktionen wie derzeit in Cochem, Betzdorf oder Bad Neuenahr-Ahrweiler künftig nicht mehr geben werde. Derzeit unterhält das Blatt mehr als zehn Lokalredaktionen.

Nur noch drei Standorte geplant

In Zukunft sollen nur noch drei Zeitungsstandorte verbleiben: einer in Koblenz, einer im Süden und einer im Osten des Verbreitungsgebiets des Blatts. Die beiden letzteren würden dann den Namen "Regionaldesk" tragen.

Von dort aus sollen die Redakteure den Plänen zufolge dann auch für die Lokalausgaben berichten. Die genauen Standorte der "Regionaldesks" stehen noch nicht fest. Redaktionelle Mitarbeiter sollen nach Angaben der Geschäftsführung nicht entlassen werden.

Auch Servicepunkte sollen wegfallen

Aus der Mitteilung an die Mitarbeiter geht auch hervor, dass in den kommenden Wochen die meisten Servicepunkte vor Ort wegfallen - also die "RZ-Shops". Von den Schließungen seien überwiegend Läden im Osten betroffen, heißt es. Allerdings stellten auch die Shops in Koblenz, Mayen, Anernach und Cochem den Betrieb ein.

In den "RZ-Shops" konnten die Leser bisher etwa Todesanzeigen aufgeben oder Veranstaltungstickets kaufen. Die "Rhein-Zeitung" erreicht nach eigenen Angaben täglich mehr als 600.000 Leser im Norden von Rheinland-Pfalz.

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