Eisenbahnfans stehen bei Hohenfels, als der Zug Rheingold mit zwei Rangierloks eine Pause einlegt. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/dpa | Harald Tittel)

Rettungsaktion weckt Hoffnung auf Reaktivierung

Erste "Rheingold"-Züge über Eifelquerbahn geschleppt

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Constantin Pläcking
SWR-Reporter Constantin Pläcking aus dem Studio Koblenz. (Foto: SWR)

Die Eifelquerbahn zwischen Gerolstein und Kaisersesch ist eigentlich stillgelegt. Jetzt aber ist sie die einzige Möglichkeit, um fünf historische Reisezugwagen abzuschleppen.

Es ist eine spektakuläre Rettungsaktion, die seit Samstag auf der Strecke zwischen Gerolstein und Kaisersesch läuft. Die ersten historischen Eisenbahnwagen des legendären "Rheingold" aus den 1960er Jahren sind über die Eifelquerbahn geborgen worden. Fünfeinhalb Stunden brauchten die Loks mit drei wertvollen Wagen aus Gerolstein im Kreis Vulkaneifel nach Kaisersesch im Kreis Cochem-Zell. Die Rettungsaktion über die seit fast zehn Jahren nicht mehr befahrene Strecke verlief reibungslos.

Und das, obwohl dieser Abschnitt seit knapp zehn Jahren nicht mehr durchgängig befahren wird. Die historischen Züge gehören der AKE Eisenbahntouristik. Das Unternehmen ist in Gerolstein ansässig und setzt sie deutschlandweit für Touristikfahrten ein.

Eifelquerbahn wurde lange sich selbst überlassen

Allerdings ist die Eifelbahn zwischen Trier und Köln beim Hochwasser der Kyll im Juli 2021 überflutet und beschädigt worden. Seitdem stecken die historischen "Rheingold"-Züge bei Gerolstein fest. Weil sie auf der defekten Eifelbahn nicht abgeschleppt werden können, ist die Eifelquerbahn die einzige Möglichkeit für einen Anschluss an das Netz der Deutschen Bahn. Die Strecke nach Kaisersesch wurde aber in den vergangenen zehn Jahren sich selbst überlassen, wucherte zu und ist auch wegen der Steigung anspruchsvoll.

DB hat Strecke für die Rettungsaktion notdürftig repariert

Für die Rettungsaktion hat die Bahn die Strecke vom Gestrüpp befreit und sie notdürftig wieder befahrbar gemacht. Das kommt ihr auch selbst zugute. Denn neben den fünf historischen "Rheingold"-Zügen sind bei Gerolstein auch vier Dieseltriebwagen der DB liegen geblieben und kommen auf der regulären Strecke nicht mehr weiter.

Eisenbahnfans stehen bei Betteldorf, als der Zug Rheingold mit zwei Rangierloks vorbei fährt.  (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/dpa | Harald Tittel)
Eisenbahnfans stehen bei Betteldorf, als der Zug Rheingold am Samstag mit zwei Rangierloks vorbei fährt. picture alliance/dpa | Harald Tittel

Wenn die Rheingold-Wagen bis Montag aus Gerolstein abgeschleppt worden sind, möchte die Deutsche Bahn auch ihre vier Dieseltriebzüge über die Strecke ausfahren lassen. Dazu hat sie ein Spezialunternehmen aus München beauftragt. Das will sie am 22. und am 24. Januar über die Strecke nach Kaisersesch ziehen.

Verein hofft auf Wiederinbetriebnahme der Eifelquerbahn

Der Verein "Eifelquerbahn" freut sich über die Abschleppaktion auf der alten Bahnstrecke. Er setzt sich seit langem für ihre Reaktivierung ein und hofft, dass sie jetzt eher Realität werden könnte. "Die Rheingold-Fahrzeuge erstmals auf der Eifelquerbahn zu sehen, wird sicherlich ein besonderes Highlight sein, auch wenn der Anlass kein Grund zur Freude ist", sagt Jens Wießner, der Vorsitzende des Eifelquerbahn-Vereins. "Aber es wird sicherlich nicht das letzte Mal sein, dass wir die Wagen auf der Eifelquerbahn sehen werden. Dann aber auch mit Fahrgästen."

Der Verein weist darauf hin, dass in einem Gutachten der Bahn die Kyllbrücke bei Pelm als befahrbar eingestuft wurde und deswegen seiner Meinung nach auch problemlos für einen regulären Bahnverkehr saniert werden könne.

Auch diese Fahrzeuge der DB stehen noch in Gerolstein und kommen nicht raus. (Foto: SWR, Alexander Schweitzer)
Auch diese Fahrzeuge der DB stehen noch in Gerolstein und kommen nicht raus. Alexander Schweitzer

DB spricht von "einmaliger Aktion"

Doch dazu macht die Bahn noch keine konkreten Aussagen: Ob eine Reaktivierung in Aussicht steht, lässt sie offen. Im November hatte die Bahn gegenüber dem SWR angegeben, die Strecke nicht reaktivieren zu vollen. In einer aktuellen Pressemitteilung dämpft sie bereits die Erwartungen und spricht davon, dass die Strecke nur "einmalig" für die Abschleppaktion genutzt werden dürfe.

Die DB verweist im Zusammenhang mit der Reaktivierung auf eine geplante Machbarkeitsstudie des Zweckverbandes Schienenpersonennahverkehr (SPNV) Nord. Der möchte erste Ergebnisse nach eigenen Angaben Ende des Monats vorstellen.

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