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Gehört der römische Limes in Remagen bald zum Weltkulturerbe - so wie die Chinesische Mauer, die Akropolis oder der Kölner Dom? Am Dienstag will die Unesco über die Aufnahme entscheiden.

In Remagen stand in der Römerzeit vor mehr als 2.000 Jahren das südlichste Kastell des sogenannten "Niedergermanischen Limes". Er folgte dem Fluss in seinem damaligen Lauf, deshalb wird er auch "Nasser Limes" genannt. Der Niedergermanische Limes war eine der wichtigsten Außengrenzen des Römischen Imperiums. In Rheinland-Pfalz ist der "nasse Limes" etwa 20 Kilometer lang.

"Remagen kann auf rund 400 Jahre römische Geschichte zurückblicken."

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Remagen kann auf rund 400 Jahre römische Geschichte zurückblicken

Am "nassen Limes" reihten sich von der Nordsee in den Niederlanden bis ins Rheinland unzählige Kastelle, Wachtürme und Lager an einander. Überall werden heute noch Spuren gefunden, auch in Remagen. Viele Ausgrabungsstücke sind im Römischen Museum der Stadt ausgestellt. Besucher können hier Teile des römischen Prätoriums und Grabfunde sehen. In der Stadt gibt es außerdem Reste der römischen Festungsmauer.

Reste einer römischen Heizungsanlage, die in Remagen entdeckt wurden.  (Foto: SWR)
Reste einer römischen Heizungsanlage, die in Remagen entdeckt wurden. Bild in Detailansicht öffnen
Auf der Internetseite des Römischen Museums Remagen heißt es: "Im Kastell ist bis 250 nach Christus durch Inschriften eine cohors equitata belegt, eine Truppe mit einer Sollstärke von 480 Infanteristen und 120 Kavalleristen. ... Einheiten aus Pannonien, Thrakien und Spanien taten Dienst in Remagen." Bild in Detailansicht öffnen
Die Stadt Remagen hat dieses Haus gekauft, an das Teile der alten römischen Stadtmauer grenzen. Bild in Detailansicht öffnen
Noch immer ist nach Angaben des Römischen Museums in Remagen unklar, wann genau das erste Kastell Rigomagus angelegt wurde. Grab-, Keramik- und Münzfunde zeigten aber, dass es schon seit der Zeit des Kaisers Augustus Römer in Remagen gab, heißt es auf der Internetseite. Bild in Detailansicht öffnen
Diese Mauerreste direkt an einem Haus in Remagen stammen aus der Zeit der Römer am Rhein. Bild in Detailansicht öffnen
Das Museum in Boppard bietet Einblick in die über 400 Jahre lange römische Geschichte am "nassen Limes." Bild in Detailansicht öffnen
Dieses Relief hängt im Römischen Museum in Remagen. Bild in Detailansicht öffnen

Die zuständige Archäologin der Generaldirektion Kulturelles Erbe in Koblenz, Jennifer Schamper, sagt: "Remagen kann auf rund 400 Jahre römische Geschichte zurückblicken." Das sei für sie und ihre Kollegen immer wieder ein spannendes Arbeitsumfeld.

15 Millionen Euro Fördermittel des Landes für Remagen

Die Stadt Remagen plant künftig, ihr römische Erbe besser zu präsentieren und dadurch auch attraktiver für Touristen zu werden. In diesem Zusammenhang hofft Bürgermeister Björn Ingendahl (parteilos) auf die Anziehungskraft eines Welterbetitels für seine Stadt. Sollte der niedergermanische Limes am Dienstag von der Unesco in die Liste der Weltberbe-Stätten aufgenommen werden, dann würde das seiner Ansicht nach die Stadt international bekannter machen.

"Wir wollen das Erbe, das wir hier haben, für verschiedene Zielgruppen erlebbarer machen."

Eine römische Steinmauer in Remagen ist Zeugnis der Antike (Foto: SWR)
Diese Mauerreste direkt an einem Haus in Remagen stammen aus der Zeit der Römer am Rhein.

Unterstützung bekommt Remagen dabei vom Land Rheinland-Pfalz: Mit Hilfe eines Förderprogramms fließen in den nächsten zehn Jahren rund 15 Millionen Euro nach Remagen. Damit könnten laut Bürgermeister Ingendahl unter anderem ein Informationszentrum neben dem Rathaus entstehen oder ein römischer Spielplatz für Kinder am Rheinufer: "Wir haben ganz konkrete Projekte. Wir wollen das Erbe, das wir hier haben, für verschiedene Zielgruppen erlebbarer machen. Wir denken vor allem an Familien mit Kindern", erklärt Ingendahl.

Limes-Erbe in Remagen wäre Teil eines internationalen Projektes

In der Antike erstreckte sich das militärische Grenzsystem des Römischen Reiches von Schottland im Norden bis an das Schwarze Meer im Osten. Seit den 80er Jahren verfolgt die Weltkulturorganisation Unesco das Ziel, nach und nach alle Überreste als Weltkulturerbe zu erhalten. Deshalb berät das Welterbekomitee auch darüber, ob noch ein weiterer Limes-Abschnitt aufgenommen wird. Und zwar der fast 1.000 Kilometer lange westliche Abschnitt des Donaulimes zwischen dem niederbayerischen Bad Gögging und dem ungarischen Kölked.

Obergermanisch-Raetischer Limes seit 2005 Welterbe

Bereits 2005 hatte die Unesco den mittleren Abschnitt zum Welterbe erklärt: Der sogenannte Obergermanisch-Raetische Limes führt vom rechtsrheinischen Bad Hönningen bei Bonn bis nahe Regensburg. Er ist ein Bodendenkmal von 550 Kilometern Länge, der in Rheinland-Pfalz an vielen Stellen touristisch vermarktet wird, etwa in Rheinbrohl und in Hillscheid und Pohl im Westerwald.

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