Reiner Meutsch zu Besuch in einer Schule in Ruanda. (Foto: Foto: Sylvia Jost)

Mit "Fly & Help" mehr als 560 Schulen gebaut

Reiner Meutsch bekommt Kinderschutzpreis des Landes verliehen

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Christoph Bröder

Der Westerwälder Reiner Meutsch hat mit seiner Stiftung 560 Schulen in Entwicklungsländern gebaut. Dafür erhält er den Kinderschutzpreis des Landes.

Angefangen hat alles im Jahr 2010, da hat sich Reiner Meutsch aus Kroppach im Westerwald einen Traum erfüllt: Mit seinem Flugzeug hat der heute 66-Jährige die Welt umrundet. Dabei hat er Orte wie New York oder San Francisco besucht, die einst sein Vater schon sehen wollte, der aber vorher früh verstorben ist. Um auf seiner Weltreise auch etwas Gutes zu tun, hat Meutsch fünf Schulen in verschiedenen Entwicklungsländern aufgebaut - etwa in Afrika oder Asien.

Ein Erlebnis hat Meutsch besonders geprägt

"Nach diesem einen Jahr wusste ich, das ist jetzt mein Ding. Und deswegen mache ich seit elf Jahren mit Leib und Seele Fly and Help", sagt Reiner Meutsch. Das Ziel der Stiftung ist es, jedes Jahr mindestens 50 Schulen zu bauen. Dass Meutsch und seine Stiftung den Fokus auf den Bau von Schulen gelegt haben, hängt vor allem mit einem Erlebnis zusammen.

Meutsch war damals in der Reisebranche tätig, als er beruflich in Jordanien unterwegs war. Dort hat er morgens um zehn Uhr ein Kind mit einer Kalaschnikow auf der Straße gesehen. Er fragte den Jungen, warum er nicht in der Schule sei. Der Junge habe daraufhin geantwortet, dass sein Vater die Schule nicht bezahlen könne. Und dass er deshalb mit seinem Gewehr rüber nach Israel schieße. "Da habe ich gedacht, wenn du mal zu Geld kommst, dann hilfst du Kindern, dass sie die Möglichkeit haben zur Schule zu gehen. Damit sie nicht Despoten, Idioten oder Diktatoren in die Hände fallen", so Meutsch.

Die Stiftung "Fly & Help" hat in den vergangenen elf Jahren mehr als 560 Schulen gebaut. Bild zeigt eine Schule in Gitambi in Afrika. (Foto: https://www.fly-and-help.de/media/104b9149-1d59-4017-8d81-6ad9a7848faa/1ehnJw/Presse/Fotodownload/Afrika/Gitambi_2.jpg)
Die Stiftung "Fly & Help" hat in den vergangenen elf Jahren mehr als 560 Schulen gebaut, so wie diese in Gitambi in Afrika. https://www.fly-and-help.de/media/104b9149-1d59-4017-8d81-6ad9a7848faa/1ehnJw/Presse/Fotodownload/Afrika/Gitambi_2.jpg

Meutsch ist überwältigt von den Reaktionen

Auch wenn Reiner Meutsch mit seiner Stiftung bereits mehr als 560 Schulen in 52 Ländern gebaut hat, ist er noch immer von den Reaktionen der Kinder überwältigt. "Mir kommen immer wieder die Tränen, wenn ich 260 Tage im Jahr in Entwicklungsländern unterwegs bin, um Schulen zu eröffnen", sagt der Westerwälder. Für dieses langjährige Engagement erhält er nun den Kinderschutzpreis des Landes.

"Mir kommen immer wieder die Tränen, wenn ich 260 Tage im Jahr in Entwicklungsländern unterwegs bin, um Schulen zu eröffnen."

Kinderschutzpreis wird seit 1998 verliehen

Der Kinderschutzpreis wird seit 1998 jährlich durch den Kinderschutzbund Rheinland-Pfalz verliehen. Die Auszeichnung geht an Menschen und Einrichtungen, die sich besonders für die Rechte von Kindern einsetzen. Damit will der Verband eigenen Angaben zufolge den Blick von Fachwelt, Politik und Öffentlichkeit auf Projekte oder engagiertes Verhalten lenken, die für Kinder und ihre Familien in Rheinland-Pfalz richtungsweisend sind. Preisträger sind etwa der Musiker Django Reinhardt oder der bekannte Mainzer Arzt Gerhard Trabert.

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