Ein graues geparktes Auto, der Vorderreifen ist platt (Foto: SWR)

An Heiligabend: 1.500 Reifen zerstochen

Mutmaßlicher Reifenstecher von Plaidt in Psychiatrie

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Der Mann, der an Heiligabend in Plaidt im Kreis Mayen-Koblenz etwa 1.500 Reifen mit einer Nagelschere zerstochen haben soll, wurde in eine psychiatrische Klinik eingewiesen.

Die Staatsanwaltschaft Koblenz teilte mit, dass der Tatverdächtige wegen Hinweisen auf eine Erkrankung vorläufig in einer geschlossene psychiatrischen Einrichtung untergebracht wurde. Das habe der Ermittlungsrichter angeordnet.

Der 50 Jahre alte Mann soll in der Nacht zu Heiligabend mit einer Nagelschere an mindestens 370 Fahrzeugen rund 1.500 Reifen zerstochen haben. Der geschätzte Schaden liegt bei etwa 150.000 Euro. Zunächst hatte die Polizei von über 400 beschädigten Autos berichtet, diese Zahl wegen Doppelmeldungen aber nach unten korrigiert. Noch ist unklar, ob der Verdächtige schuldfähig ist.

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Verdächtiger noch in der Nacht festgenommen

Ein Sprecher der Polizei in Andernach sagte dem SWR, der Tatverdächtige sei der Polizei bekannt. Er habe bei seiner Festnahme Gummihandschuhe, eine Sturmhaube und eine Nagelschere dabei gehabt. An der Schere habe es Spuren von Gummi gegeben.

Zuvor habe ein Zeuge angerufen und gesagt, in Plaidt mache sich ein Mann an Autos zu schaffen. Der Verdächtige sei dann in der Nacht zum Freitag gegen 3:30 Uhr auf frischer Tat gestellt worden. Als die Beamten eintrafen, sei an einigen Reifen noch die Luft entwichen, so die Polizei Andernach.

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Auch die Menschen in Plaidt wissen, wer der Tatverdächtige ist. Anwohnerin Sandra Schwindenhammer sagt, dass der 50-Jährige in ihrer Nachbarschaft wohnt: "Wir wissen, dass er psychisch erkrankt ist. Ich arbeite selbst in einer Psychiatrie. Ich kenne diese Erkrankung. Man weiß nicht, was in diesem Menschen in diesem Moment vorging, warum er das getan hat. Er hat auf jeden Fall einen großen Schaden angerichtet."

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Polizei bittet Zeugen, sich zu melden

Die Polizei hatte vorher nach eigenen Angaben etwa drei Stunden lang nach dem mutmaßlichen Reifenstecher gefahndet. Die Staatsanwaltschaft ermittelt jetzt wegen Sachbeschädigung gegen den 50-Jährigen. Das Motiv dafür sei völlig unklar.

Die Fahrzeuge standen unter anderem in den folgenden Straßen in Plaidt: Im Remmerich, Goethestraße, Im Sonnenhof, Pommernstraße, Kretzer Straße, An der Pfaut, Sonnenland, Friedhofstraße, Pappelweg und Hinter der Mühle. Die Polizei kann aber nicht ausschließen, dass noch weitere Fahrzeuge angegangen wurden. Sie bittet weitere Zeugen wie auch Geschädigte, sich zu melden.

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