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Das anhaltend regnerische Wetter der vergangenen Wochen macht einigen Tieren und Insekten in der Region Koblenz das Leben schwer. Besonders betroffen: Fledermäuse, Jungwild und Bienen.

In regnerischen Nächten bräuchten Fledermäuse, die beispielsweise auch im Mayener Grubenfeld oder an Rhein und Mosel zu finden seien, viel mehr Energie zum Fliegen und hätten kaum Chance auf Jagderfolg, heißt es vom Naturschutzbund (Nabu) Rheinland-Pfalz. Denn durch die Regentropfen seien ihre Ultraschallrufe gestört, außerdem seien bei so einer Witterung generell auch weniger Insekten unterwegs, sagte eine Nabu-Sprecherin.

Fledermaus (Foto: SWR)
Wenn es stark regnet, fliegen Fledermäuse nicht aus und können auch kein Futter finden.

Fledermäuse finden kaum Futter für Jungtiere

Ohne Jagderfolg seien die Tiere geschwächt und auch das Futter für die Jungtiere fehle. Selbst in eigentlich milderen und damit für Fledermäuse günstig gelegenen Gebieten, wie beispielsweise an der Mosel, seien in diesem Jahr schon verendete Jungtiere gefunden worden, heißt es vom Nabu. Sollte das Wetter besser werden, könnten sich die erwachsenen Fledermäuse sicherlich noch erholen, so die Sprecherin. Für die Jungtiere einiger Arten sei das aber dann wohl schon zu spät.

Jungwild stirbt an Unterkühlung

Auch für Jungwild sei das regnerische Wetter der vergangenen Wochen ungünstig, heißt es von der Kreisgruppe Mayen-Koblenz des Landesjagdverbands Rheinland-Pfalz. Beispielsweise würden junge Fasane, Rebhühner oder auch Hasen und Kitze, wenn sie durch den Dauerregen einmal nass geworden sind, schnell unterkühlen. Das führe in vielen Fällen zum Tod der Tiere.

Wälder brauchen dringend Wasser

Die vergangenen trockenen Frühjahre seien allerdings sehr gut für das Wild gewesen, weshalb es beispielsweise mehr Feldhasen oder auch Rebhühner gebe als noch in den Vorjahren, heißt es vom Jagdverband. Die aktuelle Situation sei von zwei Seiten zu betrachten: Einerseits würden wegen des anhaltenden Regens sicherlich mehr Jungtiere verenden als in den Vorjahren. Auf der anderen Seite sei der Niederschlag für den seit Jahren ausgetrockneten Wald dringend notwendig.

Bienen-Fachzentrum: Außergewöhnlich schlechtes Honig-Jahr

Was den Wald freut, bedeutet Probleme für die Bienen. Auch sie kommen nach Aussage des Bienenfachzentrums in Mayen mit der aktuellen Wetterlage nicht gut zurecht, finden kaum Futter. Schon das Frühjahr und die erste Honigernte des Jahres seien buchstäblich ins Wasser gefallen, heißt es.

Nur ein Drittel so viel Honig wie sonst konnte den Angaben zufolge geerntet werden. Für die zweite Ernte des Jahres sehe es aktuell nicht besser aus, so die Befürchtung. Das Bienenfachzentrum rechnet deshalb nach eigenen Angaben damit, dass einheimischer Honig in diesem Jahr in manchen Gegenden knapp werden könnte.

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